Inhalt
Das Auto der Zukunft
Die Zukunft des Autos
Deutsche Automobilhersteller sollen künftig weniger Autos bauen, fordert der neue grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann. Wissenschaftler haben eine Studie erstellt, wie Mobilität im Jahr 2050 aussehen könnte.
(6. Juni 2011) „Wir müssen in Zukunft Mobilitätskonzepte verkaufen und nicht nur Autos.", sagt Winfried Kretschmann. Er sieht in dem ökologischen Umbau der Autoindustrie ein Kernprojekt seiner künftigen Arbeit: „Wir wollen grüne Produkte und Dienstleistungen exportieren. Wir müssen zeigen: Wohlstand ist möglich, ohne Lebensgrundlagen zu zerstören. Sorgen müsse sich die Automobilindustrie in Baden-Württemberg wegen der Wahl eines Grünen zum Ministerpräsidenten nicht machen, „aber sie muss in Zukunft Autos bauen, die viel weniger Sprit verbrauchen."
Bis 2050 geht Autoverkehr mehr als die Hälfte zurück
Der baden-württembergische Ministerpräsident steht mit seiner Ansicht nicht allein. Auch der Bonner Sozialwissenschaftler Meinhard Miegel will mehr Mobilitätskonzepte und weniger Autos exportieren. Miegel will den wahren Wohlstand bewusst machen: öffentliche Sicherheit, schöne Bauwerke, Zeit für den Freundeskreis. „Exit: Wohlstand ohne Wachstum" lautet sein Buch.
Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) in Karlsruhe hat unlängst eine „Vision für nachhaltigen Verkehr in Deutschland" erarbeitet und veröffentlicht (VIVER).
Die VIVER-Studie als PDF zum Download auf isi.fraunhofer.de.
So könnte unser Verkehrssystem 2050 aussehen: Die Städte sind grün, lebenswert, fußgänger- und radfahrerfreundlich, Car-Sharing-Parkplätze und Radstationen gibt es an allen größeren Haltepunkten.
Insgesamt hat ein Trend zu einem urbaneren Lebensstil in gut an den öffentlichen Verkehr angebundenen Stadträumen stattgefunden und die alltäglichen Bedürfnisse können mit weniger Verkehrsleistung realisiert werden. In einem derart nachhaltigen Verkehrssystem würde der Personen- und Güterverkehr bis 2050 nicht weiter wachsen: Stattdessen stabilisiert sich das Güteraufkommen, während der Personenverkehr sogar deutlich abnimmt. Das ist das Ergebnis des demografischen Wandels und struktureller Änderungen im Produktionsprozess. Bis 2050 geht der Autoverkehr um mehr als die Hälfte zurück. Statt wie heute auf je zwei entfällt dann auf je vier Einwohner ein Auto. Die aufkommende Knappheit fossiler Energieträger beschleunigt diesen Wandel.
Segway-Roller
In dem Bild, das die Fraunhofer-Forscher für ein nachhaltiges Verkehrssystem im Jahr 2050 zeichnen, wird in urbanen Regionen eine multimodale Mobilität Standard. Darunter verstehen die Experten eine flexible Kombination und Nutzung unterschiedlicher Verkehrsmittel:
In der Stadt mit dem „Segway-Elektro-Roller" unterwegs bis zum Bahnhof. Als Alternative zum privaten PKW werden überall umfangreiche Mobilitätspakete verbreitet sein und die ansonsten gestiegenen Mobilitätskosten erheblich senken. Sharing-PKW und -räder werden überall in der Stadt geparkt werden und lassen sich spontan ohne Vorbuchung und ohne feste Rückgabezeit nutzen: Der Fahrer stellt sie einfach irgendwo in der Stadt wieder ab. Fahrradfahrer freuen sich, weil Autos in der Stadt maximal 30 Stundenkilometer fahren dürfen.
I-real Konzeptstudie von Toyota
Wer längere Strecken zurücklegen muss, nutzt die Bahn oder ein Car-Sharing-Fahrzeug. Erschwingliche Elektro-Räder steigern die Popularität des Fahrradfahrens auch in bergigen Regionen. Darüberhinaus werden Kurzstrecken wieder öfter zu Fuß zurückgelegt, da attraktive Fußwege und vielfach grüne, verkehrsberuhigte Flächen zum Ausruhen und Verweilen einladen.
Intelligente, intermodale Routenplaner in den Smartphones der neuesten Generation werden sekundenschnell die schnellsten, kostengünstigsten und umweltschonendsten Alternativen ermitteln und den Bürger zu den verschiedenen Verkehrsmitteln lotsen. Dabei zeigt das Handy nicht nur den nächsten Standort eines PKWs oder Leih-Fahrrads an, sondern ermittelt Anschlussverbindungen zur Tram, Metro oder S-Bahn und ermöglicht es auch gleich, ein Ticket zu buchen und zu bezahlen.
Zukunftsauto
Fossiles für das Zukunftsauto: Irreführung und Planung am Beispiel Daimler-Chrysler . weiter lesen


