Energieverbrauch: Stromfresser Internet
(3. September 2009) Nach einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration und des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung betrug der Stromverbrauch für Informations- und Kommunikationstechnologien in Deutschland bereits 2007 etwa 55 Milliarden Kilowattstunden. Das sind 10,5 Prozent des gesamten Jahresstromverbrauchs.
Bis 2020 sei eine Steigerung um 20 Prozent auf jährlich 67 Milliarden Kilowattstunden zu erwarten. Gründe seien die Zunahme des Datenverkehrs, der Geräte und der damit einhergehenden Rechen- und Speicherleistung.

Dabei entpuppten sich die privaten Haushalte als besonders stromintensiv: Sie verbrauchten knapp 60 Prozent. Eine große Rolle spielen Fernseher und Computer mit immer größeren Displays, Fortschritte im Bereich des hoch auflösenden Fernsehens, die Zunahme von Audio- und Videodaten sowie der Interaktivität und Personalisierung von digitalen Dienstleistungen.
Unterdessen haben Wissenschaftler an der TU Berlin den Stromverbrauch von Rechenzentren untersucht. Ergebnis: Die 29.000 deutschen Rechenzentren verbrauchen jährlich acht Milliarden Kilowattstunden Strom und damit fünfmal mehr Energie als 1998. Die gemittelte Energieeffizienz (PUE Power Usage Effectiveness) der Zentren liegt bei 1,7 und ist damit deutlich geringer, als die üblicherweise genannte PUE von 2,0.
Das besonders sparsame Google-Rechenzentrum in St. Clara (Kalifornien) liegt bei etwa 1,3. Laut der Studie kann bereits eine Verschattung der Fenster den Kühlbedarf der Rechenzentren spürbar senken.