Kulmbach steigt aus
(19. Juni 2007) In Bayern werden alle kommunalen Gebäude von e.on (vormals: Bayernwerke) versorgt. Basis ist ein Rahmenvertrag zwischen den kommunalen Spitzenverbänden und e.on, der laut Aussage der Verbände besonders preisgünstig sei, so dass keine Kommune eine Überprüfung vornahm.
Im Dezember 2001 hat der Landkreis Kulmbach als einziger in Bayern den Rahmenvertrag durch ein unabhängiges Institut überprüfen lassen, indem eine Ausschreibung erfolgte. Bei gleicher Vertragsgestaltung bot die Firma Lichtblick den Strom um rd. 2.500 Euro günstiger an. Der Bezugsvertrag mit e.on wurde daraufhin zum Jahresbeginn 2002 gekündigt.
Ein Aufschrei ging durchs Land, weil gut geschmierte Geschäftsbeziehungen gestört wurden und weil alle anderen Kreise den Vertrag mit e.on ohne Überprüfung verlängert hatten.
Es zeigt sich wieder einmal, wie locker die öffentliche Hand mit dem Geld der Steuerzahler umgeht. Auch bei der Verhandlung mit dem Dualen System Deutschland (DSD, Grüner Punkt) hatte sich Kulmbach geweigert, die Knebelverträge zu unterzeichnen und dadurch neue Verhandlungen ausgelöst.
Der Landkreis Kulmbach hat seit 1 1/2 Jahren eine einzigartige Photovoltaikanlage am Landratsamt, die nur geringe Mehrkosten gegenüber der Instandsetzung der alten Natursteinfassade erforderte und jährlich 15.000 Kilowattstunden Strom erzeugt.