Gas-Engpässe
(20. Januar 2006) Frostige Temperaturen in Russland und Mitteleuropa haben zu Engpässen bei der europäischen Gasversorgung geführt. Mehrere Länder wie Italien, Ungarn und Österreich berichteten, die Gaslieferungen aus Russland seien zurückgegangen. Das italienische Industrieministerium berief die großen Energieversorger zu einer Krisensitzung ein.
Nach Angaben der Eni hat Russland mehr als 5% der bestellten 74 Mio Kubikmeter Gas nicht geliefert. Die Lücke von 1% des Verbrauchs sei durch den Zugriff auf nationale Reserven gedeckt worden. Die Gaslieferungen nach Ungarn sanken laut dem dortigen Wirtschaftsministerium um ein Fünftel. In Österreich seien 10% weniger Gas aus Russland angekommen und durch Reserven ausgeglichen worden, so die österreichische OMV.
Die russische Gazprom räumte Probleme wegen der gestiegenen Nachfrage aus mehreren europäischen Ländern ein. Gazprom liefere derzeit 7% mehr als vertraglich vereinbart, so das Unternehmen, die Nachfrage aus Italien und Ungarn sei aber noch höher gewesen. Gleichzeitig seien die Gaslieferungen für den Inlandsmarkt wegen der tiefen Temperaturen um 40% erhöht.
Die deutsche Wingas, größter deutsche Importeur russischen Gases, erklärte, saisonale Schwankungen seien bei den Exportmengen normal. Für solche Situationen habe man gemeinsam mit Gazprom vorgesorgt. Über den Erdgasspeicher im norddeutschen Rehden könnten Schwankungen ausgeglichen werden. Wingas erhalte aber alle vertraglich vereinbarten Liefermengen. Auch die RWE AG, Essen, meldete, alle von der tschechischen Tochter Transgas registrierten Abweichungen lägen im normalen Bereich.