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Gasmarkt abgeschottet
Kartellamt kritisiert

Gasmarkt abgeschottet

(12. Januar 2010) Die hohe Auslastung der Gasfernleitungen durch Großlieferanten behindere den Marktzugang für neue Anbieter, moniert das Bundeskartellamt im Abschlussbericht der Sektoruntersuchung über die Kapazitätssituation in den deutschen Gasfernleitungsnetzen.

In der seit Februar laufenden Untersuchung hat das Amt mehr als 50 Unternehmen befragt und tausende Kapazitäts- und Lieferverträge analysiert. Weil Gastransportrouten und Knotenpunkte oft langfristig durch konzernverbundene Vertriebsunternehmen ausgebucht seien, bestehe die Gefahr einer Marktabschottung auf den nachgelagerten Gasliefermärkten, hieß es.

Kapazitätsanfragen insbesondere neuer Anbieter könnten regelmäßig nicht bedient werden. Für langfristige Buchungen der Fernleitungsnetze gebe es keine sachliche Rechtfertigung, nur dann, wenn die Langfristbuchung nicht über die Mindestabnahmemenge hinausgehe, die ein Unternehmen kaufen muss, um überhaupt beliefert zu werden.

Vor der Einleitung von Missbrauchsverfahren wolle man die gesetzliche Entwicklung abwarten, hieß es. Die Bundesregierung will die Laufzeiten der Buchungen von Gasnetzkapazitäten gesetzlich begrenzen.