Monopolkommission kritisiert Bundesregierung wegen Industriepolitik Kritik an der einseitigen Förderung von Unternehmen wie im Fall der Fusion von E.ON/Ruhrgas

Monopolkommission kritisiert Bundesregierung wegen Industriepolitik

Kritik an der einseitigen Förderung von Unternehmen wie im Fall der Fusion von E.ON/Ruhrgas

(9. Juli 2004) - Die Monopolkommission hat Tendenzen in der Bundesregierung kritisiert, durch einseitige aktive Förderung einzelner Unternehmen oder Wirtschaftszweige Einfluss auf die Wirtschaft zu nehmen.

"Falsch ist die Vorstellung, die staatliche Begünstigung "nationaler Champions", die dann als "global players" in der "Weltliga" ganz vorn mitspielen sollen stärke die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft insgesamt", sagte der bisherige Vorsitzende, Martin Hellwig, bei der Vorstellung des 15. Hauptgutachtens der Kommission in Berlin. Die Bundesregierung widersprach der Einschätzung

Als Beispiele nennt die Monopolkommission unter anderem die Ministererlaubnis für die Fusion der Energiekonzerne E.ON/Ruhrgas. Solche Förderung einzelner Unternehmen lehne die Kommission strikt ab, sagte Hellwig. Die zu Grunde liegenden wirtschaftstheoretischen Vorstellungen seien teils falsch, teils impraktikabel. "Die Volkswirtschaft ist kein Wettbewerber, sondern die Unternehmen", sagte Hellwig. "Was ich für ein Unternehmen tue, ist geeignet, andere zu belasten." Als mögliche Negativfolgen nannte er veränderte Preise, Löhne und Wechselkurse.

letzte Änderung: 04.03.2017