Fernwärmepreise im Osten um zehn Prozent über Westniveau
(12. Dezember 2005) Fernwärme ist im Osten nach einem
Bericht des MDR-Magazins "Umschau" im Durchschnitt um
zehn Prozent teurer als in Westdeutschland. Basis ist der
bundesweite Fernwärmepreisvergleich der Arbeitsgemeinschaft
für Wärme und Heizkraftwirtschaft (AGFW/ Frankfurt/Main)
von Oktober 2005, teilte der MDR mit.
Danach liegen die monatlichen Fernwärmekosten in den neuen
Ländern durchschnittlich bei 0,88 Euro pro Quadratmeter
Wohnfläche. In Westdeutschland hingegen beträgt der
Fernwärmepreis nur 0,80 Euro pro Quadratmeter. Auf ganz
Deutschland gerechnet liegt der Durchschnittspreis bei 0,83 Euro
pro Quadratmeter.
Im Osten werde Fernwärme vorrangig aus Gas hergestellt, im
Westen aus Kohle. Damit spürten die ostdeutschen Verbraucher
die ständig steigenden Preise für Gas und Öl
stärker als Mieter im Westen, begründete der Sprecher der
Arbeitsgemeinschaft für Wärme und Heizkraftwirtschaft
(AGFW), Harald Rapp, den Unterschied. Außerdem belasteten die
Kosten für die Modernisierung der ostdeutschen Kraftwerke und
Fernwärmeleitungen die Preise.
Die höchsten Fernwärmepreise zahlten mit 0,92 Euro je
Quadratmeter die Verbraucher in Mecklenburg-Vorpommern, gefolgt von
Brandenburg (0,91 Euro pro Quadratmeter). Am günstigsten ist
die Fernwärme im Saarland mit 0,72 Euro pro Quadratmeter. Auch
Berlin (0,75 Euro), Nordrhein-Westfalen (0,76 Euro) und
Schleswig-Holstein (0,77 Euro) liegen unter dem Durchschnitt.
Zu Grunde gelegt wurde ein Mehrfamilienhaus mit 30 Wohnungen auf
2000 Quadratmetern Wohnfläche. Das Haus hat einen
Wärmeanschlusswert von 160 Kilowatt, einen
Jahreswärmeverbrauch von 288 Megawattstunden und eine
Ausnutzungsdauer von 1800 Stunden. Bei den Angaben handelt es sich
um Preise, die den Vermietern vom Fernwärmelieferanten
berechnet werden. Die Wärmekosten in der Nebenkostenabrechnung
für den Mieter enthalten darüber hinaus noch
Heiznebenkosten wie etwa Wartung der Anlage und Betriebsstrom.