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Die Ölreserven der Saudis
(5. Dezember 2005) - Die Mehrheit der Kleinanleger glaubt, dass Saudi-Arabien auch weiterhin die Welt mit endlosen Mengen an Rohöl versorgen kann. Tatsächlich sieht es in der Wirklichkeit vielleicht ein wenig anders aus. Nicht vielen Leuten ist bewusst, dass mehr als 90 % des arabischen Öls von nur sechs Feldern stammt, die alle bereits vor 1970 entdeckt wurden. Diese Felder sind heute also schon recht alt, und die Experten meinen, dass sie ihre besten Tage schon lange hinter sich haben. Das Ghawar Ölfeld ist ein absoluter Gigant (sogenanntes "Elefantenfeld") und hat in den letzten fünf Jahrzehnten 55-60 % des saudischen Öls geliefert. Laut Experten wie Matthew Simmons ist Ghawar schon über das Maximum hinaus und wird wahrscheinlich einen deutlichen Abfall erleben.
Blicken wir der Sache ins Auge. Die Welt ist heute sehr stark von Öl aus Saudi Arabien abhängig. Die Saudis behaupten, dass sie noch 260 Milliarden nachweislicher Ölreserven haben und dass die Ölfelder in der Lage sind, dieses mit 15-20 Millionen Barrel am Tag zu fördern. Aber werden die Saudis auch dann noch in der Lage sein zu liefern, wenn die Nachfrage in den kommenden Jahren steigt? Um das zu beantworten, wollen wir die Behauptungen der Saudis genauer ansehen.
Bis 1979 war die saudische Ölfirma "ARAMCO" im Besitz der großen ausländischen Ölunternehmen. 1979 kurz bevor Saudi-Arabien die fremden Interessen entfernte und ARAMCO verstaatlichte, wurde eine letzte Revision der saudischen Ölreserven durchgeführt. Diese Studie zeigte, dass Saudi-Arabien noch 110 Milliarden Barrel nachgewiesener Ölreserven hat.
Dann, Mitte der Achtziger, kurz nachdem ARAMCO verstaatlicht war, sprangen die nachweislichen Ölreserven wie durch Zauberhand plötzlich um 150 % auf 260 Milliarden Barrel. Keiner weiß, wie das passieren konnte und es ist sehr zweifelhaft, wenn man bedenkt, dass das letzte große Ölfeld in Saudi-Arabien bereits 1968 entdeckt wurde. Wie es den Saudis gelungen ist, die nachgewiesenen Ölreserven derart zu steigern, ist immer noch ein Rätsel. Um das Ganze noch weiter zu verkomplizieren, sind diese Reserven in den vergangenen 25 Jahren gleich geblieben. Wie können die Reserven gleich bleiben, wenn man seit 1980 mindestens 60 Milliarden Barrel gefördert hat? Das ist eine Frage, die um eine Antwort bettelt.



