Erste Brennstoff-Zellen-Räder
(1. November 2005) Die Gelsenkirchener Masterflex AG liefert die weltweit erste Fahrradflotte mit Brennstoffzellenantrieb an die Stadt Herten. Die Räder werden ins touristische Gesamtkonzept des Kreises Recklinghausen und der Ruhr-Touristik GmbH eingebunden.
Größter Vorteil gegenüber herkömmlichen Batterien ist, dass die Reichweite der Räder auf das fünffache erhöht wird. Das BZ-Pedelec, so der Name des Fahrrades, ist mit dem Alternativantrieb unabhängig von Netzstrom und bietet neue Einsatzmöglichkeiten. Gespeist wird der Energiespender aus einer Kartusche mit 45 Gramm Wasserstoff. Erst nach etwa 120 Fahrtkilometern ist der Brennstoff in dem Metall-Hybrid-Speicher aufgebraucht und muss durch eine Austauschkartusche ersetzt werden. In den Handel werden die Fahrräder allerdings nicht kommen.
"Wir bieten unsere Fahrradflotte professionellen Anwendern an, die eine Mindeststückzahl von zehn Rädern abnehmen", so Schulte von der Firma Masterflex. Grund dafür sei, die zurzeit noch mangelhafte flächendeckende Versorgung mit Nachfüll-Kartuschen.
Das Unternehmen stellt seit 2001 Brennstoffzellen her und verbaut sie in mobilen Geräten, die in der Industrie Anwendung finden, beispielsweise Vermessungsgeräte. Der Endkonsument müsse sich noch gedulden, meinte Schulte. Er sei aber zuversichtlich, dass in Zukunft auch Consumer-Geräte mit Brennstoffzellen versorgt werden könnten. "Dafür notwendig ist zuerst, dass jedermann die Möglichkeit hat in seiner Nähe an den Brennstoff zu kommen. Ich kann mit gut vorstellen, dass in einiger Zeit Wasserstoff-Kartuschen an Tankstellen oder anderen Geschäften genauso wie heute Gas-Kartuschen zu kaufen sind", meinte Schulte. Der Preis von Wasserstoff als Energiespender spreche für sich, denn "er ist spottbillig", so Schulte.