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Der Zähler denkt mit
Dümmer geht es nicht: Stromkunden erfahren derzeit nur einmal im Jahr durch ihre Stromrechnung, wie viel Strom sie verbraucht haben. Wer seinen Verbrauch kontrollieren und sein Verhalten ändern will, muss selbst aktiv werden. Clevere Zähler könnten das schon bald ändern.
(14. Juli 2007) - Am Computerbildschirm die aktuellen Leistungs- und Verbrauchsdaten rund um die Uhr abrufen und nach Tagen, Wochen oder Monaten vergleichen - dieser Traum könnte für Energiesparer schon bald Wirklichkeit werden: Clevere Zähler ermöglichen es, auf einen Blick zu sehen, wie sich der eigene Verbrauch entwickelt und wie er im Vergleich zu einem Durchschnittshaushalt ausfällt.
Ein neuartiger Stromzähler erfasst den Verbrauch im Haus sekundengenau und stellt diese Informationen dem Kunden zur Verfügung. Alle 15 Minuten wird der Verbrauch über eine im Haus ohnehin vorhandene Internet-Datenleitung an den Stromversorger geschickt und dient als Grundlage für die Stromrechnung. Über das Internet kann der Kunde seine passwortgeschützten Daten einsehen und auswerten - auch von unterwegs oder im Urlaub.
Der Stromversorger EnBW und seine Tochter Yello Strom führen derzeit Versuche mit solchen neuen Zählern durch. Im Jahr 2008 will man damit an den Markt gehen.
Die für diese Technologie notwendigen technischen Komponenten sind seit Langem auf dem Markt: elektronische Stromzähler und Browser, die deren Signale übersetzen und über das Internet versenden. Die Software für den Zähler hat Yello selbst entwickelt.
Überwachungssystem erkennt Stromfresser
Forscher am Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS) Erlagen arbeiten an einem Monitoring-System, das den Stromverbrauch einzelner Geräte im Haushalt effektiv überwacht. Sensoren messen an jedem Gerät kontinuierlich die Stromleistung. Sie senden diese Information an einen Server, der sich im Sicherungskasten verbirgt. Dort berechnet ein Computerprogramm für jedes Gerät den aktuellen Stromverbrauch und vergleicht die Werte automatisch mit früheren Daten. So lässt sich beispielsweise kontrollieren, ob das Sparprogramm der Spülmaschine hält, was es verspricht. Kommt ein neues Gerät hinzu, erkennt der Server dies automatisch.

Auf den ersten Blick wird der stündliche Verlauf des Stromverbrauchs sichtbar.
Der Prototyp benötigt allerdings noch teure Zwischenstecker, die die Messdaten an das Zentralmodul senden. Günstigere Systeme sind zurzeit in der Entwicklung. Das Monitoring-System könnte in etwa einem Jahr marktreif sein.
Wer heutzutage seinen Energieverbrauch im Blick behält, verbraucht in der Regel zehn Prozent weniger. Das Bewusstsein für die Möglichkeiten, die in regelmäßig kontrollierten Stromzähler schlummern, entwickelt sich in Deutschland leider nur langsam.
Beispiel Schweden: Monatlich genaue VerbrauchsabrechnungIn Schweden ist ab 2009 eine monatliche Stromabrechnung vorgeschrieben. Die im Mai 2006 verabschiedete EU-Richtlinie zu Energieeffizienz und Energiedienstleistungen fordert verständliche Abrechnungssysteme, die den Endverbrauchern ermöglichen, ihren Verbrauch zu steuern und Sparmöglichkeiten zu nutzen. Die österreichische Regulierungsbehörde E-Control hat grundlegende Anforderungen an innovative Messsysteme erarbeitet: Dazu gehört die Erfassung von Spannungsqualität und Versorgungsunterbrechungen, zentral steuerbare Leistungsbegrenzung sowie die Nutzung aller Messdaten auch durch Verbraucher. |


