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Fragwürdiger Ablasshandel mit Ökostrom
(25. Juni 2003) Wir müssen schnell auf erneuerbare Energien umsteigen. Die Wahl eines diesbezüglich aktiven Stromversorgers beschleunigt diesen Wandel.
Jedoch bringt der Handel mit grünem Strom keinerlei direkten Umweltnutzen. Denn kein Verbraucher kann die Zusammensetzung des von ihm bezogenen Stroms ändern. Label für Ökostrom leisten der Verbrauchertäuschung Vorschub. Denn sie werden so missinterpretiert, als könne man Strom kennzeichnen.
Tatsächlich kann man nur Stromversorger kennzeichnen. Der Bund der Energieverbraucher beabsichtigt, das "Grüne Strom Label" künftig nicht mehr zu unterstützen.
Durch den Verkauf von "Grünem Strom" verbessern viele Stromversorger bei den Kunden ihr Image. Und kämpfen oft gleichzeitig gegen PV-Anlagen und BHKW´s vor der Tür.

Fragwürdiger Ablasshandel kann auch auf dem Strommarkt beobachtet werden!
Umfragen belegen, dass fast jeder Verbraucher angesichts der hohen Umweltschäden durch die Stromherstellung auf umweltfreundlich erzeugten Strom umsteigen will. Das ist durch den Bezug von Öko- oder Grünstrom nicht möglich.
Der Bezug von Ökostrom vermindert die Umweltbelastung der Stromerzeugung in keinster Weise. Selbst dann nicht, wenn der Ökostrom zertifiziert ist, sei es durch den TÜV, das ok-Power-Label, das Grüne Strom Label oder andere. Auch der private Atomausstieg ist durch Ökostrombezug nicht möglich.
Das Geld der Grünstromkunden kommt auch nicht den erneuerbaren Energien zugute. Denn erneuerbare Erzeugungsanlagen werden gesetzlich gefördert und die Mittel dafür werden von allen Stromkunden gemeinsam aufgebracht.
Weder die Erzeugung noch die Bezahlung von Grünstrom hängt davon ab, ob und wieviele Bezieher von Grünstrom es gibt.


