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Netzagentur entscheidet erstmals über Netzentgelte: Verbraucher erwarten mehr
(8. Juni 2006 aktualisiert 12. Juni) Die Bundesnetzagentur hat die Netztarife von Vattenfall um elf Prozent gekürzt. Das liegen damit um 18 Prozent unter dem von Vattenfall beantragten Wert. Dabei geht es nur um die Tarife für die Höchstspannungsleitungen, die ohnehin nur rund zehn Prozent der gesamten Netzkosten ausmachen. Für alle Stromkunden in den neuen Ländern kann sich damit der Strombezug um etwa drei Euro jährlich verbilligen. Die Genehmigungen für 80 weitere Unternehmen treten demnächst in Kraft. Insgesamt stehen 257 Netzentgelte für Strom zur Genehmigung an.
Der Stromanbieter Lichtblick kritisierte, Vattenfall habe zu Beginn des Jahres 2005 genau diese Entgelte um 28% erhöht. Mit seiner Entscheidung kürze der Regulierer gerade einmal ein Drittel dessen, was Vattenfall bereits seit Anfang 2005 zusätzlich vereinnahme. Entgegen dem offiziell geäußerten Katastrophengejammer aus dem Hause Vattenfall, hätten intern eher die Champagnerkorken geknallt, so LichtBlick.
Der Bund der Energieverbraucher hat die Senkung der Netzentgelte begrüßt. Die Senkung müssten jetzt von den Verteilunternehmen an die Kunden weitergegeben werden. Der Vorsitzende des Verbandes, Dr. Aribert Peters erwartet aber noch deutlich höhere Absenkungen. Im Gesetzgebungsverfahren habe die Stromwirtschaft ihre Interessen weitgehend durchsetzen können. Deshalb müssten jetzt die Verfahren im Interesse der Kunden und des Wettbewerbs mit aller Konsequenz durchgeführt werden.
Peters hält eine Senkung der Netzentgelte um zwanzig bis dreißig Prozent für notwendig. Die Netzbetreiber kassierten jährlich 18 Milliarden Euro für die Netznutzung, investierten aber nur zwei Milliarden Euro. Auch sollten die Genehmigungsverfahren für die übrigen Netzbetreiber beschleunigt werden.


