Netzrenditen überhöht
(8. Juli 2008) Die Bundesnetzagentur hat die Eigenkapitalzinssätze für Neuinvestitionen in Strom- und Gasnetze einheitlich auf 9,29% vor Steuern festgelegt und damit bei Stromnetzen eine Erhöhung um 1,38 Prozentpunkte vorgenommen. Altanlagen werden mit 7,56% vor Steuern verzinst.
Damit würden Infrastrukturinvestitionen in Energienetze noch attraktiver, so Agentur-Präsident Matthias Kurth. Die Zinssätze gelten ab 1. Januar 2009. Anschlüsse der Offshore-Windparks mit höheren Renditeaussichten werden über einzelfallbezogene Prüfungen genehmigt.
Insgesamt sei ein Investitionsvolumen von 8,6 Mrd Euro beantragt worden, so die Netzagentur, rund 6,2 Mrd Euro davon entfielen auf die vier Übertragungsnetzbetreiber. Die Anträge von Gasnetzbetreibern summierten sich auf 850 Mio Euro. Zusammen seien Anträge für rund 300 Einzelprojekte eingegangen, davon etwa 150 von den vier großen Übertragungsnetzbetreibern.
Der Bund der Energieverbraucher e.V. hat die Festlegung der Eigenkapitalzinssätze als überhöht kritisiert. Damit werde die Anreizregulierung entgültig zur Lachnummer, so der Verein. Das eigentlich richtige Konzept sei löchrig wie ein Schweizer Käse, eine Senkung der Netzentgelte und damit eine Verbesserung der Wettbewerbssituation sei nicht zu erwarten. Vielmehr liessen sich jetzt die Stromkonzerne die aufgestauten Investitionen von den Kunden bezahlen, nachdem sie in den vergangenen Jahren die Netzentgelte kassiert hätten, ohne zu investieren. Die Netzagentur sei vor den Versorgern eingeknickt, so der Vereinsvorsitzende Aribert Peters. Die überhöhten Netzentgelte hätten jetzt den amtlichen Stempel.