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E-Control: Strompreise konstant
Die Österreichische Regulierungsbehörde E-Control hat einen umfangreichen Bericht über die Liberalisierung des Strom- und Gasmarktes vorgelegt und auch ihren Jahresbericht 2003 .
Die Strompreise für Österreichs Haushalte blieben 2004 konstant, beim Gas sei wegen niedrigerer Einkaufspreise die Rücknahme der Vorjahreserhöhungen möglich, so der österreichische Regulierer E-Control. Die Strom-Großhandelspreise dürften mit unter 30 Euro je MWh unter denen des Vorjahrs liegen.
Bei den Netztarifen, die bei Haushalten rund zwei Drittel des Nettostrompreises ausmachten, könnte es spätestens Anfang 2005 eine neue Senkungsrunde geben. Rund 1% der Haushalte wechselten pro Jahr ihren Strom- und Gaslieferanten. 125 000 Stromkunden hätten bisher gewechselt.
In Gewerbe- und Landwirtschaft hätten rund 4%, bei den Großabnehmern praktische alle gewechselt bzw. mit ihrem Stammlieferanten deutliche Preisnachlässe verhandelt, so die Behörde. Allerdings hätten sich bei den Großkunden die Preisvorteile aus der Liberalisierung wieder verringert, sie bekämen den Anstieg der Preise 2003 zu spüren. Beim Gas wechselten mehr als 11 000 der rund 1,3 Mio Kunden. Die österreichischen Haushalte hätten von der Liberalisierung des Strommarkts jedenfalls stärker profitiert als die deutschen, so der Regulator, denn der Strompreis in diesem Segment liege um 30% bis 35% unter dem deutschen.

Endkundenpreisentwicklung Haushalte
Die durch die Liberalisierung eingetretenen Preissenkungen fielen für Haushaltskunden wesentlich geringer aus als für Industrie- oder Gewerbekunden. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der Energiepreis einen noch geringeren Anteil am Gesamtpreis ausmacht als bei Industrie- und Gewerbekunden und der Anteil der Netznutzungsgebühren dominierend ist.
Preisänderungen im Energiebereich jener Bereich, der sich im Wettbewerb befindet wirken sich daher nur in geringem Ausmaß auf die Gesamtrechnung aus.
Die Betrachtung der längerfristigen Haushaltsstrompreisentwicklung zeigt, dass das inflationsbereinigte Preisniveau über die Zeit gleichmäßig verläuft. Merkliche nominelle Erhöhungen brachten lediglich die Einführung und die Erhöhung der Energieabgabe.
Die Strompreise (Netz und Energie) ohne Steuern und Abgaben gingen allerdings durchwegs zurück. Durch die Erhöhung der Steuern und Abgaben wurden diese Liberalisierungseffekte kompensiert.
Neben den Energiepreisen sanken auch die Netzgebühren, die seit Oktober 2001 von der E-Control Kommission festgelegt werden

Abbildung 33 Entwicklung der Haushaltsstrompreise 1996 - 2003 (3.500 kWh/Jahr), Steuern,Abgaben und Zuschläge, Energie, Netz ohne Steuern,Abgaben und Zuschläge (Netz und Energie bis Juli 2002) I Preis (Netz und Energie) real ohne Steuern,Abgaben und Zuschläge,Preis (Netz und Energie) real mit Steuern,Abgaben und Zuschläge cent/kWh . Die Entwicklung der Gesamtstrompreise innerhalb Österreichs verläuft jedoch nicht einheitlich. Sie weisen viel mehr eine starke geographische Streuung auf, die größtenteils auf die unterschiedlichen Netztarife in den jeweiligen Netzbereichen (ehem.Versorgungsgebiete der Landesgesellschaften meist Bundesland) zurückzuführen sind. Im Westen und im Osten liegen die Netznutzungsgebühren deutlich unter jenen im Burgenland und in der Steiermark.
Der Preisunterschied für einen Durchschnittskunden im Juli 2003 betrug bis zu 27 %.
Die einzelnen Preisrückgänge im Frühjahr 2002 sind nicht vordergründig auf die sinkenden Energiepreise der Lieferanten, sondern vorwiegend auf die behördlich gesenkten Netzgebühren zurückzuführen.
Preisveränderungen zu Beginn des Jahres 2003 stehen hauptsächlich im Zusammenhang mit der österreichweiten Vereinheitlichung des KWK-Zuschlages und der Ökozuschläge, aber auch mit Energiepreiserhöhungen am Großhandelsmarkt.
In welche Richtung sich die Energiepreise für Endabnehmer zukünftig entwickeln werden, hängt von vielen Faktoren ab. Die wichtigsten Einflussfaktoren sind die Entwicklung der Wettbewerbsverhältnisse und die Entwicklung der Energiepreise an den internationalen Märkten.
Die Lieferanten haben grundsätzlich die Möglichkeit, die benötigten Strommengen über den Spotmarkt oder über den Forwardmarkt zu decken. Auch wenn ein Unternehmen über eigene Kraftwerke verfügt, deren Erzeugungskosten unter dem Großhandelspreis liegen, wird sich dieAngebotslegung an den Großhandelspreisen orientieren. Aus den Preisen von großhandelsmarktfähigen Standardprodukten können Vollversorgungspreise für Haushaltskunden errechnet werden. Dabei müssen die Ausgleichsenergiekosten sowie Mehrbelastungen der Stromhändler aus dem verpflichtenden Zukauf von Ökostrommengen berücksichtigt werden. Die so errechneten,auf Forward-notierungen basierenden Preise sollten gewöhnlich unter den Energielieferpreisen liegen.
Die Differenz stellt damit einen Deckungsbeitrag zur Aufrechterhaltung des Betriebs des Stromlieferanten dar. Reicht dieser Betrag nicht aus, wird der Lieferant den Strompreis früher oder später erhöhen müssen. Abbildung 36 zeigt diese Konstellation.
Dabei wurden die jeweils günstigsten Energielieferangebote mit an die Vollversorgungskriterien angepassten Forwardprei-sen für 2003 und 2004 verglichen. Da die seit dem Frühjahr 2003 stark steigenden Forward-preise die Deckungsbeiträge verringern, sind Preiserhöhungen in den kommenden Monaten nicht auszuschließen. Die von den Lieferanten erwirtschafteten Margen können auch durch eine statische, vergangenheitsbezogene Betrachtung dargestellt werden. Dabei wird nicht der Frage nachgegangen, wie sich die entsprechenden Forwardpreise entwickeln, sondern wie sich die Spotpreise entwickelt haben. Sofern ein Lieferant den Strombedarfseiner Haushaltskunden ausschließlich auf dem Spotmarkt abgedeckt hat, ergibt sich für den Zeitraum von 1. 8.2002 bis 31.7.2003 ein Preis von rund 31 Euro/MWh (inklusive Ausgleichsenergie und Mehrbelastungen durch den Zukauf von Ökostrom). Durch den Abzug des Beschaffungspreises vom jeweiligen Produktpreis können die Margen bzw. die Deckungsbeiträge errechnet werden.


