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Zu hohe Stromrechnung? Wehren Sie sich dagegen!
(9. August 2007)Steckdosen sind gierig. Jeden Tag fressen Sie Unmengen von Strom. Das belastet neben der Umwelt auch den Geldbeutel der Verbraucher.Während die Bilanzen der großen Stromanbieter einen Rekordgewinn nach dem anderen aufweisen, erlangen die Strompreise neue Dimensionen.
Deutsche Stromkunden zahlen rund 30 Prozent mehr als die Verbraucher in Großbritannien und doppelt so viel wie in der Schweiz. Die Verbraucher in Deutschland profitieren knapp 10 Jahre nach Öffnung des Strommarktes immer noch nicht davon. Ein echter Wettbewerb um Kunden mit attraktiven Angeboten findet kaum statt.
Nach wie vor beherrschen wenige Stromkonzerne den Markt und bestimmen die Preise. Zeit also, sich nicht mehr auf die Politik zu verlassen und ein Ende der Selbstbedienungsmentalität herbeizusehnen, sondern durch einen Wechsel selber aktiv zu werden.
Doch der Stromkunde ist träge. Die Mehrheit der deutschen Haushalte hat ihren Anbieter oder Stromtarif nie gewechselt, sie zahlt noch immer den teuren Grundversorgerpreis. Diese Bequemlichkeit zahlt sich für die Energiekonzerne aus.
Die Politik alleine wird es nicht richten
Politisch hat sich durch den massiven öffentlichen Druck einiges bewegt und den Stromkonzernen weht ein neuer Wind entgegen. Wir haben eine Bundesnetzagentur, die schrittweise die hohen Netzentgelte senkt, die immerhin fast ein Drittel unseres Strompreises ausmachen. Im Herbst soll das Kartellrecht verschärft werden, um die schädlichen Auswirkungen des Oligopols der Stromerzeuger abzumildern. Parallel dazu will die Europäische Kommission die Energiekonzerne von den Netzbetreibern vollständig abtrennen.
Prominente Politiker fordern in Deutschland, die Kraftwerksbetreiber zu zerschlagen. Doch jetzt sind die Stromkunden selber gefordert, ihren Einfluss geltend zu machen und durch einen Wechsel des Stromanbieters ein Zeichen für mehr Wettbewerb und gute Angebote zu setzen. Dazu ist es notwendig, dass die Stromkunden sich ihrer Macht stärker bewusst werden.
Mit einem Wechsel zur günstigeren oder umweltfreundlicheren Konkurrenz zwingen sie die Unternehmen, die Preise und Angebote anzupassen.
Die Verbraucher haben es also selber in der Hand, die Marktmacht der vier großen Stromkonzerne aufzubrechen und hohen Strompreisen die rote Karte zu zeigen.
Bundesweite Wechselkampagne der Verbraucherzentralen
Deshalb haben die Verbraucherzentralen und der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) die Kampagne "Strom. Jetzt wechseln. Jetzt sparen." gestartet. Mit bundesweiten Plakaten, gezielten Aktionen und umfassenden Beratungsangeboten wollen die Verbraucherzentralen die Stromkunden zum Wechsel motivieren und zugleich vermitteln, wie Stromkosten auch mit einfachen Sparmaßnahmen dauerhaft gesenkt werden können.
Der vzbv und die Verbraucherzentralen wollen mit ihrer neuen Kampagne wachrütteln. Ab 10. August werben sie mit Groß-Plakaten in allen 16 Landeshauptstädten für den Wechsel des Stromanbieters sowie für einen verantwortungsvollen und sparsamen Umgang mit Energie.
Das Faltblatt "Strom. Jetzt wechseln. Jetzt sparen." erklärt die wichtigsten Schritte bei der Auswahl eines neuen Stromanbieters. Alle wichtigen Informationen und Schritte zum Anbieterwechsel befinden sich auf der Website www.verbraucherzentrale.de oder den Webseiten der Verbraucherzentralen.
Die Beratungsstellen bieten bundesweit sowohl Einzel- als auch Gruppenberatungen an. Am Ende soll eines erreicht werden: Die gierigen Steckdosen sollen der Vergangenheit angehören.
Worauf muss ich achten?
- Vereinbaren Sie keine zu lange Laufzeit: nicht länger als
ein Jahr.
- Die Kündigungsfrist sollte nicht mehr als einen Monat
betragen.
- Vorsicht auch bei Supersparangeboten: Die Preise sind möglicherweise nicht kostendeckend kalkuliert.
- Vorsicht bei Festpreisangeboten.


