Heat or eat
(9. Oktober 2008) Viele englische Haushalte können Strom
und Gas nicht mehr bezahlen. 2,4 Mio Rentner-Haushalte geben
aktuell mehr als 10% ihres Geldes dafür aus. Nun startet die
Regierung ein
milliardenschweres
Hilfspaket.
Sozialschwache, Rentner und arbeitslose Familien mit einem Kind
unter fünf Jahren, insgesamt 7,5 Mio Familien, erhalten einen
Kostenzuschuss für ihre Heizkostenrechnungen.
Es gibt "Schlecht-Wetter-Zahlungen" von 8,50 Pfund pro
Woche bei Temperaturen ab 0 Grad. Sinkt die Temperaturen sieben
Tage hintereinander auf 0 Grad oder niedriger ab, wird auf 25 Pfund
aufgestockt. Die Heizöl-Rechnungen von 60.000
zahlungsunfähigen Kunden werden eingefroren.
Außerdem will die Regierung die Wärmedämmung in
Häusern vorantreiben. Dazu müssen Energieunternehmen in
den nächsten drei Jahren umgerechnet über 1,1 Mrd Euro
zusätzlich in einen Fonds einzahlen. Daraus erhalten bis zu 10
Mio Haushalte die Kosten für Wärmedämmung oder
effizientere Heizsysteme voll oder halb erstattet.
Die Stromrechnungen für rund eine halbe Million Briten werden
in diesem Jahr gedeckelt, außerdem müssen Stromversorger
neue Sozialtarife für Niedrigverdiener einführen.
Daneben denkt die Regierung über die Abschaffung der
"Prepayment-Meters" mit Münzeinwurf nach, für
die einkommensschwache Kunden bis zu 500 Pfund mehr zahlen als
Kunden mit Lastschriftverfahren.
Die sechs britischen Energieversorger haben in diesem Jahr in zwei
Preisrunden die Gaspreise um 38% bis 56% und die Strompreise um 24%
bis 36% erhöht und ihre Dividenden 2007 um 16% auf 1,64 Mrd
Pfund gesteigert.
Kommentar des Branchenblattes TAM:"Hierzulande bringt man
höchstens die Banken ins Warme".