Milliarden-Präsent für Stromkonzerne?
(10. Juni 2005) Am Ende der ersten Emissionshandelsperiode 2007 werde der Staat voraussichtlich mehr als 10 Mrd Euro aus den Taschen aller Stromkunden gezogen und den Stromunternehmen zugeschoben haben, so der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), Essen.
Derzeit stehe der CO2-Zertifikatepreis mit knapp unter 20 Euro pro Tonne wesentlich höher als erwartet. Bedingt durch einen Systemfehler des EU-Emissionshandels führe dies zu erheblichen Kosten für die Verbraucher. Sollte der Zertifikatepreis nach der ersten Handelsperiode immer noch bei rund 20 Euro liegen und sich davon nur die Hälfte im Strompreis wiederfinden, entspreche das bei rund 500 TWh Stromumsatz in Deutschland pro Jahr 2,5 Mrd Euro ungerechtfertigten Gewinnen der Stromunternehmen zu Lasten der Verbraucher, einen CO2-Emissionsfaktor von 0,5 Tonnen je MWh unterstellt.
Es sei es völlig inakzeptabel, so der VIK, dass Stromunternehmen trotz kostenloser Zertifikate deren hohen Börsenpreis als Windfallprofits in den Strompreis einkalkulieren könnten. Nur solche Zertifikate dürften bei der Strompreiskalkulation eine Rolle spielen, die auch für die Produktion zugekauft werden müssten. Der Verband rät allen industriellen und gewerblichen Stromkunden, bei Preisverhandlungen auf einem Nachweis der enthaltenden CO2-Kosten zu bestehen.