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Emissionszertifikate: 33 Milliarden Euro verschenkt Stromkonzerne hätten Zertifikate evtl. gratis bekommen

Emissionszertifikate: Geschenkt und teuer

(28. August 2005) Vielleicht sei es doch vernünftiger, die vom Staat ausgegebenen CO2-Zertifikate zu versteigern, statt sie kostenlos zu vergeben, hieß es aus der Grünen-Bundestagsfraktion.

Die Stromkonzerne hätten die Zertifikate gratis bekommen. Wenn sie durch spekulatives Verhalten versuchten, die Zertifikatspreise und damit die Strompreise in die Höhe zu treiben, sei das ein Missbrauch von Marktmacht und ein Fall fürs Kartellamt.

Das sieht auch dessen Präsident Ulf Böge so und drohte Sanktionen vom sofortigen Verbot der Einpreisung bis zum Bußgeldbescheid an.

Wenn die Versorger ihren Kunden die Kosten für die Emissionsrechte in Rechnung stellten, gebe es keinen Grund, dass der Staat ihnen die Rechte weiter kostenlos zur Verfügung stelle, so das Öko-Institut in Berlin.

Das Bremer Energie-Institut plädierte für eine Versteigerung der Zertifikate ab 2008. 79% der Gesamtmenge von 1,485 Mrd t CO2 für die drei Jahre 2005 bis 2007 wurde den EVU zugestanden, der Rest ging an die übrige Industrie.

Die bisher kostenlos verteilten Zertifikate haben zurzeit einen Marktwert von 33 Mrd Euro.

Die Bundesregierung wolle zwar die Emissionszertifikate weiter kostenlos zuteilen, um Wettbewerbsnachteile für deutsche Unternehmen zu vermeiden, so Umweltminister Jürgen Trittin. Die Stromkonzerne müssten sich allerdings entscheiden: Entweder bekämen sie die Zertifikate geschenkt, dann verbiete es sich, sie als Kosten auf den Strompreis aufzuschlagen. Oder sie müssten die Zertifikate kaufen, dann dürfen sie die tatsächlichen Kosten einpreisen. Beides zusammen gehe nicht, so Trittin.

letzte Änderung: 06.07.2015