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Verbraucher fordern von Energiechefs Aufklärung Bund der Energieverbraucher fordert Begründung für Strompreiserhöhungen

Verbraucher fordern von Energiechefs Aufklärung

(4. Oktober 2005, aktualisiert 5. Dezember 2005) Der Bund der Energieverbraucher hat in einem Schreiben von den Vorsitzenden von RWE und E.ON, Roels und Bernotat, eine nachvollziehbare Begründung für die angekündigten Strompreiserhöhungen gefordert.

Harry Roels RWE

Die Gewinnanstiege der vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass die Preiserhöhungen vorrangig der Gewinnsteigerung dienten.

Das wollten sich Verbraucher nicht länger gefallen lassen.

Die Preiserhöhung an den Strombörsen will der Verein als Begründung nicht gelten lassen, weil die Konzerne dort keinen Strom kaufen, sondern verkaufen und damit höhere Einnahmen erzielen. Der Verein appeliert an die Chefs, über den eigenen Gehaltsmillionen ihre Verantwortung für die Gesellschaft nicht aus dem Auge zu verlieren.

Dr. Wulf Bernotat EON

Schreiben

Sehr geehrter Herr Roels,

Sie beabsichtigen eine weitere Erhöhung Ihrer Strompreise zum Jahresanfang 2006.

Diese Erhöhung entbehrt aus unserer Sicht jeder Begründung. Bereits in den zurückliegenden Jahren hat RWE jeweils die Strompreise erhöht. Die jeweiligen Jahresergebnisse haben dann gezeigt, dass die Gewinne von RWE deutlich gestiegen sind.

Sie haben mit anderen Worten die Verbraucher hinters Licht geführt und mit den Preiserhöhungen Ihre Gewinne finanziert.

Dies werden die Verbraucher sich nun nicht länger gefallen lassen.

Bevor wir Stellung zu Ihren Strompreiserhöhungen beziehen und Verbrauchern zu einer Verweigerung überhöhter Strompreisforderungen raten, möchte ich Ihnen mit diesem Schreiben Gelegenheit geben, die angekündigte Strompreissteigerung plausibel und nachvollziehbar zu begründen.

Die Erhöhung der Preise an der Strombörse wird von uns nicht als Begründung akzeptiert, da Sie dort keinen Strom einkaufen sondern vielmehr dort Strom verkaufen und somit höhere Erlöse erzielen. Die Reaktion von Verbrauchern, Politik und Öffentlichkeit sollte Ihnen signalisieren, dass Sie die Forderungen nach Transparenz nicht länger wie in der Vergangenheit ignorieren können.

Uns ist bekannt, dass Ihr persönliches Gehalt und das Ihrer 1.000 Top-Manager sich um mehrere Millionen Euro erhöht, wenn der RWE-Aktienkurs steigt. Wir möchten Sie bitten, darüber auch die langfristige Entwicklung Ihres Unternehmens und der Volkswirtschaft nicht aus dem Auge zu verlieren und Ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht zu werden.

Ihrer geschätzten Antwort sehe ich bis zum 16. Oktober 2005 entgegen.

Mit freundlichen Grüssen

Dr. Aribert Peters

Vorsitzender

Antwort von RWE

RWE Energy Berthold A. Bonekamp
Vorsitzender des Vorstandes RWE Energy
Dortmund, 7. Oktober 2005

Sehr geehrter Herr Dr. Peters,

ich beziehe mich auf Ihr Schreiben vom 4. Oktober 2005 an Herrn Roels. Als Vorstandsvorsitzender der RWE Energy AG, die im Konzern die Vertriebs- und Netzangelegenheiten verantwortet, möchte ich Ihnen gerne antworten.

Bei allem Verständnis für den Unmut von Verbrauchern über steigende Energiepreise sollten wir im gemeinsamen Interesse darum bemüht sein, die emotionale Debatte der letzten Monate wieder auf eine sachlichere Basis zurückzuführen. Leider muss ich aber feststellen, dass dabei Informationsersuchen in presseöffentlichen Briefen mit ultimativem Charakter sicher nicht hilfreich sind.

Wie Sie wissen, haben wir vor kurzem bei den zuständigen Behörden eine Erhöhung der Strompreise zum Jahresanfang 2006 beantragt. In dem nun folgenden Genehmigungsverfahren werden wir im Detail nachweisen müssen, welche wirtschaftlichen Notwendigkeiten dem zu Grunde liegen. Wir vertrauen bei dieser Überprüfung auf gute Argumente in der Sache und glauben auch belegen zu können, dass wir verantwortungsbewusst und mit Augenmaß für die berechtigten Interessen unserer Kunden vorgehen.

Der Respekt vor der zuständigen Genehmigungsinstanz verbietet es, dass wir dem förmlichen Verfahren vorgreifen, indem wir zum jetzigen Zeitpunkt Einzelheiten darauf öffentlich diskutieren. Weil aber auch uns an Transparenz in der komplexen Gesamtproblematik gelegen ist, sind wir unabhängig davon gerne bereit, Ihnen unsere Position zu erläutern.

Wenn Sie an diesem Angebot interessiert sind, steht Ihnen ein verantwortlicher Mitarbeiter unseres Hauses gerne für entsprechende Gespräche zur Verfügung.

Mit freundlichem Gruß

E.ON hat auf das Schreiben nicht geantwortet.

letzte Änderung: 06.07.2015