Spiegel kritisiert morsche Strommasten Bereits im Jahr 2003 hat der Spiegel auf Probleme bei Strommasten hingewiesen.

Spiegel kritisiert morsche Strommasten

(29. November 2005) Bereits im Jahr 2003 hat der Spiegel auf Probleme bei Strommasten hingewiesen. In der Ausgabe 41/2003 stand zu lesen (Auszug):

Alarm bei deutschen Energieversorgern: Tausende Hochspannungsmasten sind aus schlechtem Stahl gebaut - und inzwischen einsturzgefährdet.

Das Sturmtief "Anna" zerstörte Strommasten und kappte die Versorgungsleitungen. 62 000 Menschen saßen vorübergehend im Dunkeln.

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Die hoch komplexe Energieversorgung ist in Deutschland ausgerechnet dort am anfälligsten, wo die Technik besonders simpel ist - bei den Hochspannungsmasten. Die teilweise über 200 Meter hohen Ungetüme bestehen aus einfachen Stahlprofilen, rund 100 000 Masten recken sich zwischen Flensburg und Berchtesgaden in den Himmel. Knapp die Hälfte davon stammt aus den siebziger Jahren.

Und ein erheblicher Teil dieser alten Masten dürfte marode sein. Zu diesem Ergebnis kommt ein internes Gutachten der Energieversorger, angefertigt von dem Materialprüfungsunternehmen SAG Energieversorgungslösungen in Frankfurt am Main. Das Problem, so die Experten, sei schlechter Stahl, wie er vor allem früher verbaut wurde.

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So löste der Super-Sturm "Lothar" schon Ende 1999 beim baden-württembergischen Versorger EnBW Großalarm aus. Hundertschaften mussten ausrücken, um die schlimmsten Schäden an Masten und Leitungen zu beheben. Auch 60 Meter hohe Kolosse waren in den Sturmböen weggeknickt.

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In seltener Offenheit macht der interne Vermerk auch klar, wie labil einige der Stahlkolosse schon sind. In der Nähe vieler durch schwächere Stürme geknickter Bauwerke hätten Bäume und Hausdächer die Böen problemlos überstanden.

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Ergebnis: Weil der Stahl durch Stickstoff-Versprödung rissig geworden sei, könne "die Standsicherheit" nur noch durch "sofortige Reduzierung der Traglast" garantiert werden. Binnen eines Jahres war die gesamte zehn Kilometer lange Trasse stillgelegt.

SEBASTIAN KNAUER, ANDREAS WASSERMANN

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letzte Änderung: 28.06.2017