Versorgungssicherheit geschönt VIK will bessere Daten

Versorgungssicherheit geschönt

(5. Februar 2010) Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), Essen, begrüßt die guten Zahlen der Bundesnetzagentur zur Stromversorgungssicherheit, weist aber darauf hin, dass die genannten Ausfallzeiten nur auf Unterbrechungen von mehr als drei Minuten basierten.

Kürzere Versorgungsunterbrechungen würden nicht aufgelistet, seien aber heute die häufigste Ursache für Produktionsunterbrechungen.

Kurzunterbrechungen von unter einer Sekunde hätten in den letzten Jahren rund 60% der Störungen ausgemacht, könnten empfindliche elektronische Steuerungen erheblich beeinträchtigen und je nach Branche und Prozess zu mehrstündigem Produktionsstillstand führen.

Die entstehenden Kosten müssten die industriellen Kunden alleine tragen. Der VIK fordert, dass auch Kurzunterbrechungen betrachtet werden, da Netzbetreiber sonst Qualitätsverschlechterungen zu Lasten der Industriekunden in Kauf nähmen.

Hintergrund: Die Bundesnetzagentur hatte gemeldet, in Deutschland habe die durchschnittliche Nichtverfügbarkeit von Strom 2008 bei 16,89 Minuten je Letztverbraucher gelegen. 2007 lag die Ausfallzeit noch bei 19,25 Minuten.

In den System Average Interruption Duration Index (Saidi) flossen allgemeine Netzstörungen, Schäden durch Fremdeinwirkung oder atmosphärische Störungen ein. Nicht berücksichtigt wurden Unterbrechungen durch höhere Gewalt, die 2008 bei 1,2 Minuten je Haushalt lagen.

VIK-Diagramm (PDF) : Verteilung der Versorgungsstörungen auf die einzelnen Arten der Vorfälle (2006-2008)

VIK_Diagramm_Versorgungsqualität 2006 bis 2008

letzte Änderung: 19.04.2023