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Automatische Wiedereinschaltung AWE
(05. April 2004) Es gibt eine Reihe von Störungsursachen, die zu Lichtbogen-Kurzschlüssen führen: Zusammenschlagen von Freileitungsseilen durch Sturm, Eisabwurf, Abflug von Vogelschwärmen, Baumberührung usw. Auch Überschläge an Isolatoren und Kabelendverschlüssen als Folge von atmosphärischen oder inneren Überspannungen zählen hierzu. Solche Kurzschlüsse können oft beseitigt werden durch eine kurzzeitige Abschaltung der betreffenden Leitung mittels AWE-Relais, die besonders ausgerüstete Leistungsschalter steuern.
AWE-Relais werden eingebaut in die Freileitungsabgänge der Umspann- oder Schaltstationen, sind aber auch in Kabelnetzen von Vorteil. Sie schalten bei jedem Kurzschluss in Schnellzeit ab und nach etwa 0,2 s bei Mittelspannung, nach etwa 0,4 s bei Hochspannung, wieder ein. Diese kurze Zeit genügt meistens, um einen Lichtbogen zu löschen und die Luft zu entionisieren. Die meisten Abnehmer merken diese Unterbrechung nicht. Wurde der Kurz-schluss durch die Fortschaltung nicht beseitigt, schaltet der Netzschutz anschließend in Staffelzeit die Strecke endgültig ab. Im Mittelspannungsnetz wendet man nur die dreipolige, im Hochspannungsnetz -wegen der Stabilität der Kraftwerke - im allgemeinen die einpolige AWE an.
Selbst nach erfolgreicher AWE (Fehler ist verschwunden) können Kunden spannungslos bleiben: es können einzelne Kunden oder ganze Netzteile durch Schnellzeitstufen, durch HH-Sicherungen oder durch Nullspannungsschalter vom Netz getrennt worden sein und zwar gleichzeitig mit der AWE.


