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Schweiz mit heißen Drähten
(24. September 2004) - Das Stromübertragungssystem in der Schweiz wird ständig an seiner Kapazitätsgrenze betrieben. Das sei die zentrale Erkenntnis der Untersuchungen im Zusammenhang mit dem Blackout in Italien vor einem Jahr, so das Bundesamt für Energie (BFE).
Ein Spannungsüberschlag auf einen Baum löste am 28. September 2003 den Ausfall der hoch belasteten Lukmanierleitung aus. In der Folge fielen sämtliche Leitungen nach Italien kaskadenartig aus und führten zu einem flächendeckenden Netzzusammenbruch in Italien und in Grenzregionen der Schweiz.
Koordination im Stromhandel nötig
Grund für die dauernden Kapazitätsengpässe im Schweizer Netz seien die stark gestiegenen Transportmengen und die ungeplanten Stromflüsse, so das BFE. Um großflächige Netzzusammenbrüche zu verhindern, müssten die Konflikte zwischen den Interessen des internationalen Stromhandels und den technisch erforderlichen Voraussetzungen für eine sichere Stromversorgung gelöst werden, z.B. durch eine verbesserte Koordination der Fahrpläne im Stromhandel und eine harmonisierte Regulierung auf nationaler und europäischer Ebene.
In der Schweiz sei ein Teil der abgeleiteten Empfehlungen bereits umgesetzt worden und in die Entwürfe zum Bundesgesetz über die Stromversorgung (StromVG) und zur Änderung des Elektrizitätsgesetzes eingeflossen, so das BFE. Die EU-Kommission habe der Schweiz zudem ein Angebot für gemeinsame Regelungen für die Stromtransite, den Marktzugang und die Sicherheitsstandards unterbreitet.


