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Stromverbraucher: Netzqualität nimmt ab
(4. November 2005) Die deutschen Stromnetze sind nach Angaben
des Verbands der Netzbetreiber (VDN) die sichersten in Europa.
"Im Jahr 2004 lag die durchschnittliche Ausfallzeit pro
Stromkunde bei etwa 23 Minuten", sagte
VDN-Geschäftsführer Konstantin Staschus am Donnerstag in
Berlin. Damit liege Deutschland deutlich vor Frankreich (59
Minuten) oder Italien (91 Minuten). Den zweiten Platz nehmen die
Niederlande mit einer Ausfallzeit von 34 Minuten ein.
Nach der Statistik des VDN treten etwa 80 Prozent der Ausfälle
im Mittelspannungsnetz auf. Zu den wichtigsten
Störungsursachen gehören Unwetter oder Hochwasser,
gefolgt von Fremdeinwirkungen wie etwa Erd- oder Baggerarbeiten.
Die deutsche Spitzenstellung sei vor allem auf das hochwertige
Versorgungsnetz zurückzuführen.
Nach Ansicht des Bundes der Energieverbraucher hat die
Qualität der Stromversorgung allerdings in den vergangenen
Jahren abgenommen. "Seit 1998 sind die Kosten für die
Netznutzung um das Dreifache gestiegen, die Investitionen in die
Stromversorgung sind jedoch drastisch zurückgegangen",
kritisierte Verbandschef Aribert Peters. Das sei durch Christian
von Hammerstein auf der Anhörung des Wirtschaftsausschusses
des Bundestages belegt worden (vgl. Ausschuss für Wirtschaft
u. Arbeit, Ausschussdrucksache 15(9)1511, S. 218). Die Verbraucher
zahlen also heute mehr für die Netze und bekommen weniger
Sicherheit dafür.
Er verwies auf eine Untersuchung, die zu folgendem Ergebnis geführt hatte: Mit dem Alter sinkt die Zuverlässigkeit deutlich. Die Wartungsarbeiten erfolgen meist erst, wenn bereits ein Störung aufgetreten ist. Seit 1998 haben die Stromversorger ihre Reinvestitionsquote von 2,5 auf teilweise unter ein Prozent des Wiederbeschaffungswertes im Jahr gesenkt. Rechnerisch müssten die Bauteile danach nun 100 Jahr in Betrieb bleiben. Netze halten aber keine 100 Jahre.
Mehrstündige regionale Stromausfälle (Region Trier am
2.9.2004) sind möglich, ohne dass der Netzbetreiber (RWE)
selbst nach monatelangen Untersuchungen die Ursache dafür
finden kann.


