Wie die Strombörse EEX funktioniert An der EEX gibt es einen Spotmarkt und einen Handel mit längerfristigen Lieferverpflichtungen .......

Wie die Strombörse EEX funktioniert

(02. Juli 2003) An der EEX gibt es einen Spotmarkt und einen Handel mit längerfristigen Lieferverpflichtungen (Futures). Am Spotmarkt werden die Stromlieferverträge jeweils am Vortag der physischen Erfüllung gehandelt ("Day-ahead-market").

Die Verträge beziehen sich auf die Lieferung oder die Abnahme einer Strommenge während einer festgelegten Stunde, z.B. 10 MW Stromlieferung am morgigen Tag zwischen 16 Uhr und 17 Uhr in einem festgelegten Gebotsgebiet (Regelzone). Der Spotmarkt funktioniert nach dem Auktionsprinzip.

Gebote für die physische Erfüllung der Stromlieferung werden am Vortag der Erfüllung bis 12 Uhr bei EEX per Internet oder Fax anonym abgegeben. Um 12 Uhr erfolgt die Preisberechnung, auch Fixing genannt. Die angebotenen und nachgefragten Mengen werden zu je einer Angebots- und Nachfragekurve für Gesamtdeutschland zusammengefasst.

Grafik aggregierter Kauf und Verkauf

Wo sich die beiden Kurven schneiden, stimmen Angebot und Nachfrage überein. Bei dem so ermittelten Preis (MCP = Market Clearing Price) sind Anbieter bereit, das ermittelte Volumen anzubieten und die Nachfrager sind bereit, genau diese Menge zu diesem Preis nachzufragen.

Anders als z.B. die Amsterdamer APX veröffentlicht die EEX nur den MCP und die insgesamt gehandelten Mengen. Die Angebots- und Nachfragekurven werden nicht veröffentlicht und auch nicht die Einzelangebote und -nachfragen.

Gehandelt werden Strommengen ab 0,1 MWh/pro Stunde (100 kWh). Unternehmen, die über entsprechende Nachfragen bzw. Angebote verfügen, können selbstverständlich an der EEX handeln. Da sowohl die finanziellen Aufwendungen (Gebühren) als auch die DV-technischen Anforderungen gering sind, ist die EEX auch für kleinere Unternehmen interessant.

letzte Änderung: 30.05.2018