Manipulation an der Strombörse? Preise sachlich nicht zu rechtfertigen
(6. Juli 2005) Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)
sieht keine sachlichen Gründe für die stetig steigenden
Strompreise an der Leipziger Strombörse und befürchtet
neue ungerechtfertigte Preisaufschläge für die
Haushaltskunden. "Es hat den Eindruck, als ob die
Stromkonzerne Einnahmeausfälle durch die Regulierung der
Netzentgelte durch künstlich erhöhte Erzeugerpreise
vorbeugen wollen", so vzbv-Vorstand Prof. Dr. Edda
Müller.
Der vzbv hat die Aufsichtsbehörde des Leipziger
Börsenplatzes aufgefordert zu untersuchen, ob gezielte
Handlungen marktmächtiger Unternehmen den Preisschub an der
Börse ausgelöst haben könnten.
Von rund 32 Euro pro Megawattstunde im März stiegen die
Strompreise an der Leipziger Strombörse auf rund 43 Euro.
"Die Erhöhung des Strompreises an der Handelsbörse
kann nicht mit steigenden Gas- und Ölpreisen gerechtfertigt
werden," Edda Müller. Lediglich rund elf Prozent des
Stroms in Deutschland wird aus Gas und Öl erzeugt.