Industrielle Stromverbraucher: Börsenpreise handgemacht
(12. September 2005) - Die Preisexplosion an der Leipziger EEX von 32 Euro pro MWh im Vorjahr auf jetzt rund 43 Euro am Terminmarkt seien, so der Alfred Richmann, Geschäftsführer des Verbandes Industrielle Energie- und Kraftwirtschaft (VIK), durch sachliche Gründe nicht zu rechtfertigen, sondern das Resultat des Oligopols in der Stromwirtschaft.
Argumente wie höhere Öl- und Gaspreise seien nur vorgeschoben. In Deutschland würden nicht einmal elf Prozent des Stroms aus Gas und Öl gewonnen. Und bei einem Anteil der Kernkraft von 30 Prozent, Braunkohle von 27 Prozent und den durch langfristige Lieferverträge abgesicherten Steinkohlekraftwerken mit 22 Prozent Anteil gebe es keine nennenswerten Kostensteigerungen.
Es sei völlig inakzeptabel, so der Verband der industriellen Kraftwirtschaft, VIK, dass Stromunternehmen trotz kostenloser Emissionszertifikate deren hohen Börsenpreis als Windfallprofits in den Strompreis einkalkulieren könnten. Nur solche Zertifikate dürften bei der Strompreiskalkulation eine Rolle spielen, die auch für die Produktion zugekauft werden müssten. Der Verband rät allen industriellen und gewerblichen Stromkunden, bei Preisverhandlungen auf einen Nachweis der enthaltenden CO2-Kosten zu bestehen. Das Bundeskartellamt ermittelt nun in dieser Sache.