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Elektronik mit Köpfchen
An der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürich hat sich die "digitalSTROM.org"-Allianz gegründet. Ziel ist es, einen weltweiten Standard für "elektrische Intelligenz" zu entwickeln, also Geräte, die ein eigenes Energiemanagement mitbringen und dadurch Strom sparen.
(13. September 2007) - Der Standard basiert auf einem neuartigen Verfahren, das für eine digitale Informationsübertragung über die existierende Stromleitung entwickelt wurde. Der Ansatz ähnelt der bekannten Internet-über-Strom-Technologie Powerline, besitzt aber nicht deren Nachteile, etwa die Emission hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung.
Professor Ludger Hovestadt vom Institut für Hochbautechnik der ETH stellte in Zürich erstmals einen einzigen integrierten Hochvoltchip vor, der all diese Funktionen vereint. Der sogenannte dSID-Chip misst nur sechs mal vier Millimeter und passt damit in jedes elektrische Gerät. Im Stand-by-Modus benötigt er weniger als 0,3 Watt.
Über die Stromleitung, die quasi als Bussystem fungiert, kann der Chip die Stand-by-Funktion aller angeschlossenen Elektrogeräte auslösen. So ließen sich beispielsweise Energiesparlampen dimmen, erläutert Hovestadt.

Ein Chip steuert das Stromsparen.
Damit das neue Verfahren weltweit Erfolg hat und hilft, Strom zu sparen, muss aber zunächst der neue Standard vorangetrieben werden, damit alle Einzelteile zusammenspielen können. An dieser Stelle kommt die "elektrische Intelligenz" zum Zuge, wie die Forscher ihr Anliegen sprachlich wohl überlegt verpacken.
Der Chip arbeitet mit einem neuartigen, patentierten und vorerst geheim gehaltenen Verfahren. Jeder dSID-Chip besitzt eine individuelle Identifikationsnummer (ID) - deshalb auch der Name "digitalStromID".
Damit sehen sich die Eidgenossen auf dem Weg zu einem bequemen und preiswerten "Smart Home" ohne den bisher üblichen Aufwand. Der Chip bietet insgesamt rund 60 eingebaute Funktionen in den Bereichen Energiemanagement, Sicherheit und Komfort, die jeweils farblich eindeutig kodiert wurden, um die Benutzung und Installation sehr einfach zu halten. Acht Funktionen sind bereits voreingestellt, wie etwa für Licht-, Zugangs-, Klima-, Beschattungs- und AV-Steuerung. Der Chip kann mit einem Sensor für die Temperaturmessung bestückt werden.
Die Chips bieten eine "Plug & Play-Intelligenz". Umbauten, zusätzliche Kabel oder Geräte sind nicht notwendig. Vorhandene Geräte könnten einfach weiter benutzt werden und dennoch vom großen Stromsparpotenzial profitieren. Der Versorger Yello setzt in Deutschland in zirka 100 Haushalten den dSID-Chip bereits in sogenannten Sparzählern ein.


