Neue Braunkohlekraftwerke nicht sinnvoll DIW veröffentlicht Studie

Neue Braunkohlekraftwerke nicht sinnvoll

(15. Dezember 2012) In Zeiten, in denen der Anteil der Stromerzeugung aus Sonnen-, Wind- und anderen regenerativen Energien immer weiter wächst, wirkt die Braunkohleverstromung wie eine Technologie aus ferner Vergangenheit. Dennoch werden derzeit Neubauprojekte von Braunkohlekraftwerken sowie der Aufschluss neuer Tagebaue in den deutschen Revieren diskutiert, um den Atomausstieg zu kompensieren und den Energiehunger vor allem der deutschen Industrie zu stillen.

Neue Braunkohlekraftwerke und Tagebaue sind jedoch nicht sinnvoll – weder aus betriebswirtschaftlicher Sicht, noch aus standortspezifischer und umweltpolitischer Sicht. Das zeigen Christian von Hirschhausen, Jonas Egerer, Clemens Gerbaulet und Pao-Yu Oei in einer Studie, die im aktuellen Wochenbericht des DIW Berlin erschienen ist. Demnach ließen sich neue Kraftwerke nur bei dauerhaft niedrigen Preisen für CO2-Zertifikate profitabel betreiben. Hinzu kommt, dass die Lage der Braunkohlereviere vor dem Hintergrund bereits bestehender Engpässe bei den Übertragungsnetzen und der künftig erwarteten räumlichen Verteilung der Stromnachfrage denkbar ungünstig ist. Nicht zuletzt steht der hohe CO2-Ausstoß umweltpolitischen Zielen entgegen.

Zusätzliche Tagebaue sind auch deshalb nicht nötig, weil die bestehenden Kraftwerke noch ungefähr bis zum Jahr 2045 problemlos beliefert werden können. Doch was kommt danach? Um vorbereitet zu sein, empfehlen die Forscher, die betroffenen Regionen während des Strukturwandels zu unterstützen. Bestenfalls bleiben die Gebiete Energieregionen. Dann allerdings mit einer Ausrichtung auf Zukunftstechnologien.

letzte Änderung: 03.01.2014