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70 Prozent der Ensdorfer gegen Kraftwerk
(26. November 2007) Der umstrittene Neubau eines Kohlekraftwerks
im saarländischen Ensdorf ist zunächst vom Tisch. Die
Bürger der 7.000-Einwohner-Gemeinde haben in einer Befragung
mit rund 70 Prozent gegen eine Änderung des
Flächennutzungsplans gestimmt und damit das 2,3 Milliarden
Euro teure Projekt vorerst gestoppt. Die Beteiligung an der
einwöchigen Abstimmung lag bei mehr als 70 Prozent. "Das
Ergebnis lässt an Eindeutigkeit nichts zu wünschen
übrig", sagte Bürgermeister Thomas Hartz (CDU) am
Sonntagabend in Ensdorf. Der Beschluss ist für den Gemeinderat
bindend. Das Gremium hatte im Oktober beschlossen, sich an das
Votum der Bürger zu halten, sollten wenigstens zwei Drittel
(66 Prozent) der Wahlberechtigten teilnehmen. Die Änderung des
Flächennutzungsplan wäre für den Bau eines
Schiffsanlegers für das 2,3 Milliarden Euro teure Projekt des
Energiekonzerns RWE Power nötig gewesen.
Seit Monaten waren Bürgerinitiativen und
Naturschutzverbände gegen die Pläne für das
1.600-Megawatt-Kraftwerk Sturm gelaufen. RWE hatte vergangene Woche
angekündigt, die Entscheidung der Bürger zu respektieren.
Gegen eine kleinere Variante hätte in Ensdorf niemand etwas
gehabt. Ein 500- Megawatt-Kraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung
könne sogar sinnvoll sein. Der Vizechef der
CDU-Landtagsfraktion Georg Jungmann sieht den Weg für ein
kleineres Kraftwerk nicht verbaut. Es sei zu begrüßen,
dass es nun ein eindeutiges Ergebnis gebe. In Ensdorf wird bereits
seit mehr als 30 Jahren Strom aus Steinkohle erzeugt.


