Auslaufmodell Großkraftwerk? Studie zur Wirtschaftlichkeit

Auslaufmodell Großkraftwerk?

(4. Oktober 2009) Nach einer Studie des Fraunhofer Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) im Auftrag des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE), Berlin, schrumpft der Bedarf an konventionellen Großkraftwerken, hauptsächlich Kohle- oder Kernkraftwerke, die im Dauerbetrieb mehr als 8000 Stunden pro Jahr Strom produzieren, bis 2020 auf etwa die Hälfte, von heute 43,9 GW auf 24,5 GW.

Der übrige Teil der Grundlast wird dann durch erneuerbare Energien und Pumpspeicher gedeckt. Das IWES hat anhand der Wetterdaten und der Stromverbrauchswerte 2007 für jede Stunde 2020 die Stromnachfrage, die regenerative Stromproduktion und den Bedarf an konventioneller Kraftwerksleistung simuliert.

Nach den Ergebnissen seien alle Investitionen in zusätzliche fossile Kraftwerke, die auf eine dauerhafte Auslastung angewiesen sind, unwirtschaftlich, so die Studie.

Auch die Laufzeitverlängerungen für Kernkraftwerke seien nicht ohne massive Einschnitte bei der Stromproduktion anderer Kraftwerke umsetzbar, ergänzt der BEE. Würde man die KKW weiterlaufen lassen, müsste stattdessen ein Großteil der übrigen konventionellen Kraftwerke abgeschaltet werden.

Praktisch bedeute das eine Einschränkung des Vorrangs erneuerbarer Energien. Wenn die Politik den geltenden Vorrang für erneuerbare Energien im Stromsektor konsequent durchhalte, erledigten sich Pläne für zusätzliche Kohlekraftwerke und Laufzeitverlängerungen fast von alleine.

letzte Änderung: 03.01.2014