Energieverbrauer gegen Plünderung durch Vattenfall
30-jähriger Krieg ist längst vorbei
(26. April 2006) Der Bund der Energieverbraucher protestiert gegen die neuen Strompreiserhöhungen des Energieriesen Vattenfall. Vattenfall hatte beispielsweise für den Großraum Berlin angekündigt, den Strompreis um sechs Prozent anzuheben. Dr. Aribert Peters, Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher: "Der Dreißigjährige Krieg ist längst vorbei. Warum sollen heutzutage Verbraucher für den schwedischen Staat bluten? Vattenfall will die Verbraucher plündern. Wer sich das gefallen läßt, ist selbst schuld. Im letzten Jahr hat der schwedische Konzern in Deutschland mit 1,1 Milliarden Euro den höchsten Gewinn seiner Unternehmensgeschichte gemacht und dafür ein dickes Lob des schwedischen Ministerpräsidenten erhalten. Als Erfolgsrezept gibt Vattenfall selbst die hohen Strompreise an."
Mit einer erneuten Strompreisanhebung wolle der Konzern offensichtlich nur noch höhere Gewinne einstreichen. Stattdessen hat Vattenfall-Chef Rauscher in der Bild-Zeitung angegeben, die deutsche Solarstromförderung sei Schuld an den Preiserhöhungen. Peters: "Hier sollen die Verbraucher für dumm verkauft werden. Solarstrom macht bei Vattenfall etwa einen halben Prozentpunkt des Strompreises aus."
Der Forderung von Vattenfall, Atomkraftwerke länger laufen zu lassen, um damit den Strompreis irgendwann wieder senken zu können, halten die Energieverbraucher entgegen, dass auch heute Atomstrom nicht zu geringeren Strompreisen führt. Peters: "Die Produktion von Atomstrom kostet die Anlagenbetreiber heute weniger als drei Cent pro Kilowattstunde. Sie verkaufen den Strom an der Strombörse jedoch für sechs Cent. Die Verbraucher haben vom billigen Atomstrom nichts, die Konzerne steigern damit aber ihre Gewinne." Angesichts des Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe sei die Forderung nach einer Verlängerung der Atomlaufzeiten ohnehin nur makaber. "Die Verbraucher wollen keinen Strom, der gigantische Gesundheitsgefahren birgt und zudem die Ausstattung von Krisenregionen mit atomwaffenfähigem Material ermöglicht", so Peters.
Wer sich gegen die überhöhten Strompreise wehren will, kann Vattenfall schriftlich rügen und dann die Strompreise kürzen. Vorher sollte man sich genau informieren, z.B. unter Energiepreise runter.de