E.ON in Rot, aber zuversichtlich
(23. März 2012) Mit einem Fehlbetrag von 2,2 Mrd Euro fuhr die Düsseldorfer E.ON AG 2011 den ersten Nettoverlust in der Geschichte des Unternehmens ein. 2010 hatte es noch einen Gewinn von 5,8 Mrd Euro gegeben. Die Talsohle sei durchschritten, hieß es dennoch bei der Präsentation der Zahlen.
Man sei bei der Umsetzung der Strategie gut vorangekommen, das Effizienzsteigerungsprogramm liege im Plan, es gebe hohe Ergebniszuwächse bei den erneuerbaren Energien, im russischen Kraftwerksgeschäft und in der Gasproduktion. Auch der Aufbau von Geschäftsaktivitäten außerhalb Europas komme voran.
Der Konzernumsatz lag 2011 mit 113 Mrd Euro um 22% über dem Vorjahreswert. Das Ebitda, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, reduzierte sich um 30% auf 9,3 Mrd Euro, insbesondere wegen der Stilllegung deutscher KKW und der Kernbrennstoffsteuer, die das Ergebnis mit 2,5 Mrd Euro belasteten.
Dazu kamen 1,0 Mrd Euro geringere Erlöse im europäischen Kraftwerksgeschäft und ein Ergebnisrückgang um 0,7 Mrd Euro im Gashandel. Der nachhaltige Konzernüberschuss ging um knapp 50% auf 2,5 Mrd Euro zurück. Die wirtschaftliche Nettoverschuldung betrug Ende 2011 rund 36,4 Mrd Euro, 1,3 Mrd weniger als im Vorjahr.
2012 komme es zu einem Ergebnisanstieg, der sich in den Folgejahren fortsetze, hieß es. Das Ebitda liege dann zwischen 9,6 und 10,2 Mrd Euro, der nachhaltige Konzernüberschuss stagniere zwischen 2,3 bis 2,7 Mrd Euro. 2013 sei ein Ebitda zwischen 11,6 und 12,3 Mrd Euro und ein nachhaltiger Konzernüberschuss zwischen 3,2 und 3,7 Mrd Euro zu erwarten.
Beim Gas konnte E.ON einen Erfolg vermelden: Das Unternehmen einigte sich mit der norwegischen Statoil und drückt damit die Beschaffungspreise für 25% des Gasbezugs. Mit der russischen Gazprom, von der 35% des Gases stammen, läuft ein Schiedsgerichtsverfahren, für die restlichen 40%, vor allem aus Deutschland und den Niederlanden, gelten bereits neue Beschaffungspreise