Brüssel will eigentumsrechtliche Entflechtung
(2. Oktober 2006) EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes geht die aktuelle Trennung von Netzbetrieb und Vertrieb in den Energiekonzernen nicht weit genug. Sie will diese Frage auf die Tagesordnung der Kommission setzen. Sie habe Informationen, dass die gesellschaftsrechtliche Entflechtung es nicht verhindert habe, dass zwischen Netzgesellschaft und Versorgereinheit Informationen fließen, so Kroes. Deswegen müsse es in Richtung eigentumsrechtliche Entflechtung gehen. Transparenz alleine sei nicht genug, so Kroes.
Eine stärkere Entflechtung sei notwendig, um Interessenkonflikte innerhalb integrierter Unternehmen effektiv zu beseitigen. Netzwerkgesellschaften sollten nicht ihre eigene Vertriebseinheit oder Stromerzeuger auf Kosten unabhängiger Unternehmen bevorzugen. Auch schafften die aktuellen Strukturen keine ausreichenden Investitionsanreize. Investitionen sollten getätigt werden, wenn es gut fürs Netz ist und nicht nur, wenn es gut für die integrierte Gesellschaft ist, so Kroes. Auch bei der Offenlegung von Informationen zu Energieflüssen könne eine staatliche Regulierung nötig sein.