Studien betonen Bedeutung der Biomasse
Biomasse-Anlagen könnten wichtigste erneuerbare Energiequelle werden
(4. Juli 2004) - Laut einer Untersuchung des WWF könnten die OECD-Länder bis 2020 etwa 15 Prozent ihrer Stromgewinnung von Kohle auf Biomasse umstellen. Dies würde den jährlichen Kohlendioxidausstoß um eine Milliarde Tonnen senken, schätzt die Umweltorganisation.
Vorhandene Potenziale und Flächen nutzen
Bei der Nutzung der Biomasse müsse so weit wie möglich auf die Nutzung der vorhandenen Potenziale und Flächen zurückgegriffen werden, um den ökologischen Schaden - zum Beispiel durch den Einsatz von Pestiziden bei Anbau von "Energiepflanzen" - zu minimieren. Aus bisher ungenutzten Abfällen und Reststoffen könne dabei ähnlich viel Energie gewonnen werden, wie aus einem nachhaltigen Anbau von "Energiepflanzen".
In Deutschland könnten laut einer Studie des Öko-Instituts auf diese Weise in 25 Jahren 16 Prozent des Stroms, zehn Prozent der Wärme und 15 Prozent des Treibstoffs aus Biomasse stammen.
Biomasse kann Armut in den Entwicklungsländern lindern Die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO hat zur verstärkten Nutzung von Biomasse in den Entwicklungsländern aufgerufen. Bioenergie müsse stärker in land- und forstwirtschaftliche Programme einbezogen werden. "Bioenergie ist eine umweltfreundliche, kostengünstige und vielerorts vorhandene Energiequelle", betonte ein FAO-Sprecher. Biomasse könne so in vielen Ländern Einkommen und Arbeitsplätze schaffen und damit Hunger und Armut bekämpfen.
Bioenergie kann ökologische Schäden eindämmen
Bioenergie könne einen beträchtlichen Teil der fossilen Energiequellen ersetzen. Positive Beispiele seien zum Beispiel die Ethanolerzeugung aus Zuckerrohr, Sorghum und Maniok oder Biodiesel aus Raps. Aber auch land- und forstwirtschaftliche Abfälle könnten sinnvoll verwendet werden. Neben positiven Auswirkungen auf das Klima ließe sich durch die Verwendung von Biomasse auch die Degradierung von Böden, die Zerstörung von Wäldern, der Verlust der Artenvielfalt und die Auswirkungen des Klimawandels verringern.
Viele arme Menschen in den Entwicklungsländern seien beim Kochen hauptsächlich auf Brennholz angewiesen, Strom und Treibstoff könnten sie sich nicht leisten und damit ihre Lebenssituation kaum verbessern. In manchen Entwicklungsländern ist das Brennholz mit 80 Prozent die wichtigste Energiequelle.
