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Pellets: Kampf um Märkte
Die kleinen Holzpresslinge, den Hasenkötteln zum Verwechseln ähnlich, sehen auf den ersten Blick recht unschuldig aus. Hinter den Kulissen wird jedoch mit harten Bandagen gekämpft.
Was kosten die Pellets und welche Qualitäten gibt es? Das Thema ist spannender, als es auf den ersten Blick aussehen mag. Und es lohnt sich durchaus, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.
Pelletbezugsquellen: Liste der Agentur Carmen hier

Fangen wir bei der Herstellung an. Eine kleine Pelletpresse erzeugt je Stunde vier Tonnen, eine größere Anlage auch leicht das Zehnfache. Im Jahr schafft eine mittlere Presse also fünfzehntausend Tonnen. Die etwa viertausend Pelletöfen in Deutschland brauchen im Jahr zirka insgesamt zwanzigtausend Tonnen Pellets, leicht zu schaffen von zwei Pressen. Es gibt aber in Deutschland mehr als zwölf Pelletpressen. Und in Österreich hofft man darauf, überschüssige Pellets in Deutschland zu vermarkten. Hinzu kommen weitere Pelletpressen in Tschechien. Die meisten Pelletpressen arbeiten also in der Hoffnung auf einen rasch expandierenden Markt mit einem Bruchteil ihres möglichen Outputs.
Pelletierungsanlagen sind teuer
Die Herstellung von Pellets ist kompliziert und aufwendig. Eine Pelletierungsanlage erfordert Investitionen in Millionenhöhe. Die meisten Pelletpressen sind an Sägewerke oder Restholzverwertungen angegliedert und können dadurch Teile eines vorhandenen Produktionsapparates nutzen - die Kosten sind also niedriger. Die hohen Investitionskosten der Pelletfabriken belasten den Pelletpreis von derzeit ca. 187 Euro je Tonne (entsprechend einem Heizölliterpreis von 187/ 4,9 = 38 Cent/ltr.) mit ca. 50 Euro je Tonne. Die Pellethersteller sind also in Bedrängnis, weil sie ihre Kapitalkosten kaum erwirtschaften können. Die Schlacht um die Kunden hat begonnen, die mit harten Bandagen geführt wird. Räumliche Nähe zum Kunden oder zum Absatzmarkt ist von geringerer Bedeutung, weil der Transport größerer Mengen von Schüttgut mit Spezialfahrzeugen quer durch Deutschland erfolgt. Es gibt zahlreiche Zwischenhändler, so dass mitunter die Pellets durch fünf Händler jeweils weiterverkauft wurden, bevor sie zum Endverbraucher gelangen.
Kampf um Kunden
Der Kampf um den Kunden wird in Deutschland von zwei Zusammenschlüssen von Pellethändlern und -herstellern begleitet und organisiert: Dem Pelletsverband Deutschland, einer Tochter des österreichischen Pelletsverbandes, und dem Deutschen Energie-Pellet Verband. Das Überangebot auf dem Pelletmarkt führt nun leider nicht zu sinkenden Preisen, wie man vielleicht aufgrund eines scharfen Wettbewerbs erwarten würde. Vielmehr werden die aufgrund der Überkapazitäten hohen Kosten gestützt auf eine konzertierte Preispolitik an die Kunden weitergereicht.
Für die Entwicklung des Pelletmarkts wären sinkende Preise weit überzeugender und hilfreicher.Ganz im Gegenteil wird der Käufer zur Finanzierung der gegenwärtigen Überkapazitäten mit herangezogen. Durch eine konzertierte Preispolitik der Hersteller bleiben die Preise so hoch, dass sie die durch geringe Absatzmengen erhöhten Kosten teilweise mit abdecken.
Qualität entscheidet
| DIN | Ö-Norm | |
| Länge | < 5 cm | < 5 x D |
| Durchmesser | 0,4 bis 1 cm | 4-10 mm |
| Wassergehalt | < 12% | < 10% |
| Aschegehalt | < 1,5% | < 0,5% |
| Heizwert | 17,5 - 19,5 MJ/kg | > 18 MJ/kg |
| Presshilfsmittel | keine | < 2% |
| Rohdichte | 1 - 1,4 g/cm3 | > 1,12 g/cm3 |
Es gibt eine deutsche und eine österreichische Qualitätsnorm für Pellets, die Ö-Norm M 7135 und die DIN 51731. Die Presslinge müssen aus naturbelassenem Holz bestehen. Das Nachweisverfahren der DIN sieht eine Eigenüberwachung des Pelletherstellers vor. Die Ö-Norm schreibt eine Erstprüfung vor, eine werkseigene Produktionskontrolle und eine periodische Fremdüberwachung.
Hersteller- und Händleradressen
Eine Liste der Pellethändler kann abgerufen werden unter www.carmen-ev.de , oder als Liste angefordert werden beim Bund der Energieverbraucher e.V., Frankfurter Str. 1, 53572 Unkel (Bitte 2,50 € Portokosten beifügen).


