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Windmarkt Europa: Deutschlands Vorsprung schmilzt
(4. Februar 2004) - Deutschland ist weiterhin der größte Markt für Windenergieanlagen in Europa. Das geht aus den Marktdaten hervor, die der Bundesverband Windenergie (BWE) heute in Berlin vorgestellt hat. Laut BWE wurden in der Europäischen Union (EU 15) im vergangenen Jahr Anlagen mit insgesamt 5.381 Megawatt Leistung installiert. Fast die Hälfte davon - nämlich 2.645 Megawatt - produzieren in Deutschland umweltfreundlichen Strom.

Windenergie: Pro Kopf Einwohner wurde in Dänemark, Spanien und Österreich mehr Windkraftleistung im letztem Jahr installiert als in Deutschland. Foto: NEG Micon
Mehr als ein Viertel der zugebauten Leistung - 25,6 Prozent oder 1.377 Megawatt - entfielen auf Spanien. Damit haben die Südosteuropäer Deutschland bei der neu installierten Leistung überholt - wenn man die Zahlen pro Kopf der Bevölkerung zu Grunde legt. Auch Österreich ist mit den neu aufgestellten 276 Megawatt in die europäische Spitzengruppe aufgestiegen.
"Das zeigt uns, dass auch andere Europäer der Windkraft inzwischen eine hohe Priorität zuschreiben und den Ausbau massiv vorantreiben", urteilt BWE-Präsident Peter Ahmels. Wichtig sei daher, endlich das seit langem diskutierte Erneuerbare-Energien-Gesetz zügig zu verabschieden. Nur so werde die Investitionssicherheit der Branche hierzulande wieder hergestellt. Ahmels: "Anderenfalls könnte es durchaus sein, dass wir unsere Marktführerschaft verlieren".
Hintergrund:
In der Europäischen Union waren Ende 2003 insgesamt 28.401 Megawatt Windenergie installiert. Im Jahr 2002 waren es noch 23.083 Megawatt. Damit werden rund 2,4 Prozent des gesamten EU-Stromverbrauches durch Windräder gedeckt. Der deutsche Anteil an der installierten Leistung beträgt mit 14.609 Megawatt mehr als die Hälfte (51,4 Prozent). Legt man dem Ausbautempo 2003 allerdings die Einwohnerzahl zu Grunde, ergibt sich ein anderes Bild: Spitzenreiter ist dann Dänemark mit rund 45 Watt pro Einwohner neu installierter Kapazität, gefolgt von Spanien und Österreich mit je 34 Watt. An vierter Stelle erst kommt Deutschland mit etwa 32 Watt pro Kopf.
In Dänemark wurde 2003 auch der bislang größte Windpark auf See errichtet, das Offshore-Projekt Nysted. Großbritannien hat gerade Standorte für 15 neue Windparks auf See bekannt gegeben. Einer soll mit rund 250 Turbinen der weltweit größte seiner Art werden. Hinter den Erwartungen zurück bleiben Großbritannien und Frankreich, wo im vergangenen Jahr nur 103 beziehungsweise 91 Megawatt neu errichtet wurden. In den Beitrittsländern wurden im vergangenen Jahr 41 Megawatt neu installiert.
| Land/Region |
Zubau 2003/MW |
Kapazität Ende 2003/MW |
| Deutschland |
2.645 |
14.609 |
| Spanien |
1.377 |
6.202 |
| Österreich |
276 |
415 |
| Dänemark |
243 |
3.110 |
| Niederlande |
196 |
873 |
| Italien |
116 |
904 |
| Portugal |
107 |
299 |
| Großbritannien |
103 |
649 |
| Frankreich |
91 |
269 |
| Griechenland |
78 |
375 |
| Schweden |
54 |
399 |
| Irland |
49 |
186 |
| Belgien |
33 |
68 |
| Finnland |
8 |
51 |
| Luxemburg |
5 |
22 |
| EU-15 (Summe) |
5.381 |
28.401 |
| Beitrittsstaaten |
41 |
102 |


