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Solarpflicht in Marburg
(24. Juni 2008) Als erste deutsche Stadt schreibt das hessische Marburg Bauherren verbindlich und flächendeckend die Nutzung von Sonnenenergie vor. Eine entsprechende Solarsatzung hat die Stadtverordnetenversammlung mit Mehrheit der SPD, Grünen und Linken verabschiedet.
Vom 1. Oktober an müssen Bauherren bei größeren Umbauten sowie bei Neubauten Sonnenkollektoren auf dem Dach installieren, sonst droht ihnen ein Bußgeld von bis zu 1000 Euro.
Als Ersatz zur Solarthermie sind teilweise auch Photovoltaik-Anlagen zur Stromgewinnung oder andere Klima schützende Maßnahmen zulässig. Die "solare Baupflicht" greift auch bei größeren Anbauten, beim Austausch der Heizanlage oder einer größeren Dachsanierung, wenn die Dächer auf einer Fläche von mehr als 20% erneuert werden.
Die Kosten müssen die Hausbesitzer selbst tragen. Die Stadt rechnet für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit mindestens 4000 Euro Belastung. Über die Förderprogramme des Bundes hinaus stellt sie vor allem für denkmalgeschützte Gebäude zusätzliche Mittel zur Verfügung.
CDU, FDP, die Marburger Bürgerliste, Handwerkskammer und Industrie kritisieren die Satzung als Eingriff in die Eigentumsrechte der Bürger und Verstoß gegen die hessische Bausatzung. Einwände des Regierungspräsidiums in Gießen könnten zu einer Verzögerung führen.



