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Vorbereitung auf Hochtouren

(31. Mai 2004) - Am Tag vor dem Konferenzbeginn bereiten sich die verschiedenen Gruppen von Betroffenen ("Stackeholder") auf die Konferenz vor. Die Konferenz organisiert erstmal in dieser Form systematisch den Dialog zwischen Interessengruppen und den Regierungsdelegationen. Der erste Konferenztag ist diesem Dialog gewidmet.
Eine der Stackeholder-Gruppen sind die Nichtregierungsorganisationen, das vom CURES-Netzwerk organisiert wird. Das CURES-Netzwerk (Citizens United for Renewable Energy and Sustainability) ist ein über 300 Organisationen starkes Netzwerk von Nichtregierungsorganisationen, die sich unter der CURES-Erklärung www.cures-network.de mit dem Ziel zusammengeschlossen haben eine nachhaltige und sozialverträgliche Umstrukturierung der globalen Energieversorgung hin zu 100% erneuerbare Energien zu erreichen.
Das NGO Treffen wurde von Jürgen Maier vom Forum Umwelt und Entwicklung eröffnet, der noch einmal den langen Weg von der unbefriedigenden UN-Konferenz in Johannesburg zu der heutigen Bonner-Konferenz beschrieb, die ausdrücklich nicht im rechtlichen Rahmen der Vereinten Nationen angesiedelt ist. Hierbei wurde ganz deutlich, dass der Vorteil der Bonner Konferenz, nicht wie in der UN üblich durch den langsamsten das Tempo bestimmen zu lassen, auch ein gefährlicher Nachteil sein kann. Schließlich könnte durch unkoordinierte nationale Alleingänge oder auch publikumswirksame öffentliche Ausstiege ein zerrissenes Bild entstehen und damit der globalen Einführung erneuerbarer Energien ein Bärendienst erwiesen werden.
Steve Sawyer (USA) der Policy Director von Greenpeace International ging in der Folge auf die bereits als Entwurf der Konferenzorganisatoren kursierenden "Policy Recommendations for Renewable Energies " ein.
Für ihn liegt der Schlüssel der Konferenz in der globalen Akzeptanz des Slogans "The Future is Renewable" unter Regierungen und in dessen Umsetzung in konkreten Projekten. Erneuerbare Energien schaffen derzeit die unglaubliche Chance einer gemeinsamen und gleichen Kooperation zwischen Entwicklungsländern und Industrienationen. Nach den Worten Sawyers muss die Bonner Konferenz erreichen, dass Regierungen sich den Realitäten der Welt stellen und ihre nationalen Energiepolitiken neu an den Möglichkeiten erneuerbarer Energien ausrichten.
Als nächstes wurde im Kreis der NGOs ausführlich über das von Jennifer Morgan, Climate Change Director WWF-International, angestoßene Thema von konkreten Quotenfestsetzungen zu erneuerbaren Energien diskutiert. Im Rahmen der zum Teil kontroversen Diskussion wurden die zum Teil sehr unterschiedlichen Standpunkte der Nationen und Regionen unseres Globus klar. Während sich die Europäer vehement darüber beklagten, dass sich die Europäische Kommission geweigert hatte im Vorfeld der Renewables2004 für 2020 eine 25%-Quote für Erneuerbare Energien einzusetzen, wiesen Delegierte aus Latein-Amerika darauf hin, dass sie bereits bei 23% liegen und ihre Regierungen bei einer solchen Quote sich gelassen zurücklegen würden, anstatt den Ausbau erneuerbarer Energien wie notwendig vehement zu fördern.

Erschwert wurde die Konsensfindung durch die von Afrikanischen und Indischen Delegierten angeführte Tatsache, dass Länder wie Mali derzeit bei nationalen Versorgungsquoten in der Elektrizität von nur 5% fast 90% erneuerbare Energien aufweisen. Sollte es also zu keiner grundlegenden Umstrukturierung der Energiewirtschaft in diesen Ländern kommen, werden die Armen, nicht am Stromnetz beteiligten weiterhin abgeschrieben werden. Dieser ca. 2 Milliarden starken Gruppe von Menschen nutzen netzbezogene Targets nichts. Wie man sieht, ist die globale Gemengelage auch bei den NGOs komplizierter, als das hier auf den ersten Blick eine einfache Lösung angeboten werden kann. Nun liegt es an den teilnehmenden 1.200 Delegierten, 1.100 Observern, 350 Parlamentariern und 700 Journalisten der Renewables2004 hieraus ein erfolgreiches Event zu machen. Mit den vorliegenden "Policy Recommendations for Renewable Energies " wurde aus Sicht der NGOs bereits ein richtiger, wenn auch noch verbesserungswürdiger Schritt unternommen.


