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Geht es schnell genug?
(1. Mai 2004) - Am Nachmittag gab es Nachschlag im Stakeholder-Dialog der Renewables 2004 in Bonn. Dabei ging es dann zur Sache.

Die Regierungsdelegation von Dänemark fragte, ob die Steinkohlesubventionen Deutschlands einziger Beitrag zu Erneuerbaren wären. Will sagen: Bedauerlicherweise hatte es Deutschland versäumt, sowohl sein Engagement als auch seine weltweit anerkannten Erfolge in der Eröffnungsrunde den Teilnehmern zu vermitteln. Minister Trittin erwähnte, dass von den zweimal fünfhundert von Kanzler Schröder in Johannesburg versprochenen Millionen (500 Millionen für Erneuerbare in Entwicklungsländern, 500 Millionen für Energieeffizienz) bereits 200 Millionen Euro aufgebracht seien.
Eine Mehrheit von Entwicklungsländern und Beteiligtengruppen vermissten den notwendigen Schwung beim Umstieg in die Erneuerbaren. O-Ton: "Es muss doch möglich sein, wenn sich alle einig sind, hier mehr als reine Absichtserklärungen abzugeben".
Über folgende Punkte bestand weitgehend Einvernehmen:
- Die derzeitigen Subventionen für nichterneuerbare müssen den Erneuerbaren zugute kommen. Damit werden erst lediglich die Startnachteile der Erneuerbaren ausgeglichen.
- Die Forschungsmittel für Erneuerbare müssen um den Faktor zehn wachsen. Immer noch gehen die meisten Forschungsmittel weltweit in nukleare und fossile Energien.
- Entwicklungshilfe muss mit der Förderung Erneuerbarer verknüpft werden.
- Erneuerbare werden auf örtlicher Ebene verwirklicht.
- Es bedarf stabiler Rahmenbedingungen und verlässlicher Zielsetzungen, damit investiert wird.
- Verbraucher, Gewerkschaften, sozial Schwache und Frauen, kurz die benachteiligten Gruppen, müssen aktiv für Erneuerbare gewonnen werden. Denn die Erneuerbaren können bestehende Benachteiligungen abbauen.
Die OECD-Staaten äußerten sich auffallend zurückhaltend zu diesen Erwartungen.
Insbesonder von den sehr armen Staaten erwartet man viel von den Erneuerbaren. Die steigende Ölrechnung dieser Länder raubt ihnen jede Chance wirtschaftlicher Entwicklung.

Die US-Delegation hab die Vorteile einer Effizienzstrategie hervor: Das kostet am wenigsten und bringt am meisten.
John Geesman von der Kalifornischen Energiekommission

berichtet von einem Zusammenschluss von 12 US-Bundesstaaten zur Förderung Erneuerbarer . Kalifornien hat sich für 2010 ein Ziel von 20 Prozent Erneuerbarer vorgenommen, Arnold Schwarzenegger will bis 2020 sogar 33 Prozent erreichen. "Vor 228 Jahren haben sich 13 US-Staaten zu Abschaffung der Sklaverei zusammengeschlossen. Wir wissen, was daraus entstanden ist. Mit demselben Elan gehen wir jetzt an die Erneuerbaren. Gemeinsam können wir die Welt verändern."


So schön kann erneuerbare Energie sein!


