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Schlusserklärung: Überraschender Befreiungsschlag
(4. Juni 2004) - Mit einem überraschenden Befreiungsschlag ging die Erneuerbare Energien-Konferenz in Bonn zu Ende. Nachdem die politische Abschlussdeklaration am Vortag noch höchst umstritten war, wurde in der Abschlusssitzung gar nicht mehr diskutiert. Der Moderator Mohamed Al-Ashry verlas den geänderten Text und bekam dafür Beifall vom Plenum. Bevor es überhaupt auch nur eine Wortmeldung gab, erklärte Minister Jürgen Trittin dem überraschten Plenum: "Die Abschlusserklärung ist per Akklamation angenommen".

Was hat die Konferenz gebracht? Hat nun das Zeitalter der erneuerbaren Energien begonnen?
- Die Konferenz selbst war ein Ereignis von großem Gewicht. Es war die weltweit erste Konferenz so zahlreicher Regierungen zu erneuerbaren Energien. Die Konferenz hat den Zusammenhang zwischen Armut, Entwicklungsrückstand und Energieversorgung unübersehbar gemacht. Und die dringende Notwendigkeit zum Handeln verdeutlicht, aus Gründen des Umweltschutzes, der Versorgungssicherheit, des Weltfriedens und der Armutsbekämpfung.
- Die Beteiligung unterschiedlichster Betroffenengruppen auf einem weltweiten Niveau in einer internationalen Regierungskonferenz ist eine gelungenes Experiment dieser Konferenz.
- Die Finanzierung erneuerbarer Energien in den Entwicklungsländern ist durch die Konferenz nicht substanziell vorangekommen. Die Zusage der Weltbank, in den kommenden fünf Jahren statt einem zwei Prozent in erneuerbare Energien zu investieren zeigt deutlich die Kluft zwischen dem, was dringend notwendig wäre und dem was tatsächlich geschieht.
- Der von der Konferenz beschlossene Aktionsplan und die politische Erklärung gehen nur wenig über das "Business as usual" hinaus. Hier kann man keinesfalls von einem grossen Durchbruch sprechen.
- Die armen Länder, die am dringendsten auf erneuerbare Energien angewiesen sind, können sie sich nicht leisten. Und die reichen Länder verweigern ihnen die Mittel dafür. Auch das wurde auf der Konferenz sehr deutlich.
- Weltweit und insbesondere in den entwickelten Ländern setzt ein Bewusstseinswandel ein bezüglich erneuerbarer Energien. Einen nennenswerten Beitrag liefern aber Erneuerbare weltweit nicht, insbesondere im Vergleich zum steigenden Energieverbrauch.
- Es ist das Verdienst der Konferenz, die Aufmerksamkeit auf die gravierenden Dezifite bei der Nutzung Erneuerbare gelenkt zu haben und auch den dringenden kurzfristigen Handlungsbedarf. Konkrete gemeinsame Beschüsse zur Beseitigung der Defizite wurden aber leider nicht gefasst: Nicht bezüglich verbesserter Finanzierung oder eines besseren organisatorischen Rahmens bei der Umsetzung der Ziele. Die Beschlüsse und Handlungspläne der Konferenz werden dem dringenden Handlungsbedarf in keinster Weise gerecht.
- Bedauerlicherweise wurde die enge Beziehung zwischen effizienter Energienutzung und erneuerbaren Energien von der Tagung nicht systematisch thematisiert oder gar programmatisch umgesetzt.
Das Zeitalter der Erneuerbaren hat mit mit der Konferenz leider noch nicht begonnen. Aber es wurde ein wichtiger und großer Schritt in diese Richtung getan.
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