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Es ist wohl sehr schade, dass der "Bund der Energieverbraucher" die Bürgerinnen und Bürger so durch Falschinformationen in die Irre führt.
Als etwas sachkundiger Energieverbraucher daher eine kleine Richtigstellung, nur bezogen auf Punkt 5:
Es wird behauptet, im Gleichklang mit Verlautbarungen von unserem verehrten Bundesumweltminister Trittin, dass die Mehrkosten durch die Vergütung der Windenergie nur 1 Euro pro Monat ausmachten. Ein Blick in die Stromrechnung eines jeden weist derzeit einen EEG Aufschlag von 0,43 Cent/kWh aus. Dies ergibt bei 4.000 kWh Jahresverbrauch und 16 % Mehrwertsteuer eine Monatsbelastung von 1,67 Euro/Monat. Im nächsten Jahr wird der Aufschlag deutlich über 0,5 Cent/kWh sein. Natürlich erfahren auch alle Hersteller von Waren und Erbringer von Dienstleistungen den gleichen Aufschlag, so dass alle daraus folgenden Preise ebenfalls höher ausfallen. Die korrekte jährliche Belastungsberechnung durch die EEG-Windvergütung ergibt sich daher aus der Einspeisung (derzeit rd. 20 Milliarden kWh) und dem Mehrkostenanteil von mindestens 7 Cent/kWh wie folgt:
20 Milliarden kWh x 0,07 Euro/kWh = 1,4 Milliarden Euro dividiert durch rd. 40 Millionen Haushalte = 35 Euro/Haushalt plus 16 % MWSt = 40,60 Euro pro Jahr dividiert durch 12 = 3,38 Euro pro Haushalt im Monat. Hinzu kommt die dadurch bedingte Verteuerung aller Produkte und Dienstleistungen. Hierbei sind die Sekundäreffekt der Mehrbelastung für die Stromerzeugung aus den vorhandenen Kraftwerken zu Zeiten, wo der Wind nicht oder weniger stark weht (schlechterer Wirkungsgrad), oder für die Regelenergie noch nicht berücksichtigt. q.e.d.
Die ausführliche Richtigstellung der übrigen größtenteils unrichtigen Darlegungen des "Bundes der Energieverbraucher" möchte ich mir aus Zeitgründen ersparen.
Wenn man z.B. die unter Punkt 1 genannte Einspeisung von 5,5% entsprechend 27,5 Milliarden kWh zu Grunde legt, beträgt die monatliche Mehrbelastung je Haushalt bereits 4,65 Euro pro Monat.
Im übrigen brauchen die Bürger bezugnehmend auf Punkt 2 nicht 4 Stunden täglich Strom sondern 24 Stunden und das möglichst unterbrechungslos. Die Kostendegression ist bezugnehmend auf Punkt 3 vornehmlich eine Folge des Größenzuwachses der Anlagen und weniger aus rationellerer Fertigung herstammend.
Die Größendegression hat aber mit rd. 5 MW Einheitsleistung ein natürliches Ende erreicht. Dass Regelenergie aus Punkt 4 kein Problem darstellt, kann nur einer sagen, der von der Sache nun wirklich nichts versteht. Daher breche ich aus Effizienzgründen hier ab.
Solche Mitbürger haben uns wohl die unerfreuliche Pisa-Position eingebrockt. Es wäre gut, wenn sich ein Bundesverband in seinen Aussagen ein wenig um Sachkunde bemühen würde, sonst ist der Anspruch, Bundesverband zu sein, eher peinlich..
Mit freundlichem Gruß,
Helmut Alt


