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Windige Geldanlagen oder stürmische Rendite?
Grünes Geld liegt im Trend: Viele nachhaltige Fonds arbeiten gut, solide und erfolgreich. Andere Anlageoptionen dagegen erweisen sich als Geldgrab. Orientierung gibt ein neuer Ratgeber für Anleger
(08. November 2010, aktualisiert 04. Juli 2011) Der siebenköpfige Anlegerbeirat des Bundesverbandes Windenergie vertritt etwa 17.000 Anleger. Er hat einen Ratgeber für Anleger zusammengestellt. Er wird erstmals auf den Internetseiten des Bund der Energieverbraucher e.V. veröffentlicht.
Download Ratgeber für Windpark-Anleger Version: 18.03.2011
Die Windenergie-Branche in Deutschland hat sich in den vergangenen 15 Jahren rasant entwickelt: Mittlerweile sind über 22.000 Megawatt Nennleistung am Netz. Anleger und Unternehmen haben insgesamt etwa 25 Milliarden Euro investiert. Ein großer Teil dieser Investitionen ist über klassische Publikumsgesellschaften in der Rechtsform einer GmbH & Co. KG finanziert worden. An diesen Windparkfonds haben sich über 100.000 Kommanditisten beteiligt, oft als Mehrfachzeichner bei verschiedenen Fonds.
Über die Hälfte Anleger zufrieden
Nach einer Umfrage des Bundesverbandes Windenergie e.V. sind über die Hälfte der antwortenden Anleger mit ihrer Investition zufrieden. So mancher Fonds entpuppt sich jedoch auch als Finanzdesaster. Auffallend häufig passiert dies bei Publikumsgesellschaften großer Emissionshäuser.
Häufige Fehler sind dabei Überbewertungen der Windertragspotentiale, die von der angestrebten Zielrendite aus berechnet wurden, unausgereifte Anlagentechnik oder zu niedrig angesetzte Wartungskosten. Ein weiterer Grund für die Ernüchterung vieler Anleger sind völlig überzogene weiche Kosten wie Provisionen und Aufschläge, und ein inkompetentes und wenig engagiertes oder gar trickreich-unredliches Management.
Doch woran erkennen Anleger, ob ihr Windpark gut läuft? Und was gilt es zu tun, wenn die im Verkaufsprospekt versprochenen Ausschüttungen ausbleiben, die Reparaturen immer teurer werden und man den Eindruck hat, dass alle vom Windpark profitieren - außer den Anlegern?
Der Ratgeber zeigt Möglichkeiten auf, wie geprellte Anleger vorgehen können, etwa durch eine genaue Analyse, mögliche Umfinanzierungen oder Repowering, also dem Austausch unwirtschaftlicher Module durch neue, verbesserte Technologie.
Hilfe bei der Wertermittlung
Wer trotz allem seine Anteile am Windpark verkaufen will oder muss, der erhält einen Überblick über die Möglichkeiten des Ausstiegs, etwa über Fondsgesellschaften, Fondsbörsen oder einen Verkauf in Eigenregie. Die Broschüre gibt dabei Anhaltspunkte für die Wertermittlung des Windparks und geht auch auf mögliche Steuerprobleme der Anlage ein. Ein weiteres Kapitel beschäftigt sich mit dem Thema Prospekthaftung, also der Tatsache, dass der Herausgeber des Windparkprospekts und die weiteren Beteiligten an der Emission haften, wenn der Prospekt falsche oder irreführende Angaben erhält, die den Anleger benachteiligen. Dazu gehört zum Beispiel die Tatsache, dass neben dem beworbenen Windpark weitere Anlagen installiert werden, oder wenn die Windangaben auf Messungen beruhen, die 200 Kilometer entfernt stattgefunden haben.
Konkrete Beispiele zeigen auf, welche Fallstricke lauern, falls jemand Windkraftanlagen als Altersabsicherung eingeplant hat. Musterverträge und Vorlagen für Beiratsberichte sowie Antragsmuster runden den kostenlosen Ratgeber ab.
"Mit einer grünen Anlage schwarze Zahlen schreiben": Broschüre des Bundesverbands für Windenergie für Interessenten an einer Geldanlage in einem Windpark. Für private Anleger oder zu gemeinnützigen Zwecken kann die Broschüre heruntergeladen werden.


