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Einkauf - Der Weg zur guten PV-Anlage
(10. März 2009) Steht eine Urlaubsreise an, gilt es, Prospekte zu wälzen und Preise zu vergleichen. Beim Kauf einer Solaranlage, die ein Vielfaches kostet und 20 Jahre halten soll, gestaltet sich ein Preisvergleich schwierig. Viele Verbraucher sind überfordert, denn nur ein jeweils geringer Anteil der Angebote eignet sich für ihre Bedürfnisse. Andere vermeintliche Schnäppchen passen womöglich gar nicht auf das eigene Dach.

Umlagen für erneuerbare Energien steigen künftig nur gering an
Wer clever ist, ruft eine Solarfachfirma an. Entsprechende Kontakte finden sich im Branchenbuch. Auch spezialisierte Elektriker, Dachdecker oder Heizungsbauer helfen bei Planung und Durchführung vor Ort. Bei einem Ortstermin entwickelt der Fachmann eine erste Planung: Wo kommen die Module hin, wie sollen die Leitungen geführt werden? Der künftige Besitzer der Solaranlage lernt dabei viel. Ist es ihm möglich, sollte er drei oder vier unterschiedliche Fachleute beauftragen und die Angebote und die Fachkompetenz vergleichen. Dabei gilt: Nicht unbedingt ist der Billigste auch der Beste - eine fachlich gute Firma rechtfertigt auch einen höheren Preis.
Je mehr Rendite ein Handwerker verspricht, umso eher kauft der Kunde. Darum schönen viele Fachleute die Erträge. Sie rechnen mit einem Ertrag von 950 kWh/kWp, obwohl sie genau wissen, dass die Vergütung des Versorgers im ersten Jahr höchstens 850 kWh/kWp ausmacht. Nun ist es durchaus möglich einen Ertrag von 950 oder 1.000 kWh/kWp zu erzielen. Da man bei Modulen von einer Degradation von mindestens zehn Prozent binnen Jahren ausgeht, und man das Wetter auf 20 Jahre nicht voraussagen kann, sind die Aussichten auf 950 kWh/kWp unseriös. Ein guter Solateur sollte es nicht nötig haben, seine Kalkulation auf diese Art zu schönen. Rechnen Sie mit weniger und bleiben Sie auf der sicheren Seite. Fällt der Ertrag doch besser aus als erwartet, können Sie immer noch ein Fläschchen aufmachen.
Folgendes Vorgehen ist zu empfehlen beim Kauf einer PV-Anlage:
- Mehrere Angebote einholen. Bei der Anfrage deutlich machen, dass man Einzelpreise und Detailangaben wünscht für Module (Hersteller, Modultyp, Nennleistung, Leistungstoleranz, Schutzklasse, Garantie, Datenblatt), Wechselrichter (Hersteller, Typ, Nenn- und maximale Leistung, Netzüberwachung, Europäischer Wirkungsgrad, Produktgarantie, Gehäuseschutzart, Datenblatt), Montagesystem (Hersteller, Typ, Statik, Montage gemäß DIN 1055 oder DIN EN 1991), Kabel (Hersteller, Typ, Querschnitt, Steckverbinder, Typ, Hersteller), Ertragsüberwachung, Blitzschutz, Zählerschrank, Einspeisezähler, Montage, Gesamtpreis, Gültigkeit des Angebots, Liefertermin (verbindlich?), Installationsdauer, Termin der Inbetriebnahme (verbindlich?).
- Referenzadressen geben lassen und sich mit diesen Kunden über deren Erfahrung austauschen.
- Vergleich der Angebote durch einen neutralen Fachmann.
Auf www.solarpruefer.energieverbraucher.de findet man eine Liste von Beratungsstellen und Ingenieurbüros, die gegen einen Obolus Angebote vergleichen und bewerten. Das Geld ist gut angelegt. Hilfe und Informationen über Hersteller und Modultypen gibt es auch unter www.photovoltaikforum.com. - Vergabe des Auftrags. Im Kaufvertrag sollte der Liefertermin festgelegt sein und auch, was passiert, wenn dieser überschritten wird. Empfehlenswert ist es, bei Überschreitung des Liefertermins um mehr als zehn Tage eine Vertragsstrafe zu vereinbaren oder die Möglichkeit eines Vertragsausstiegs.



