Vergütung sinkt
(29. März 2006) - Wer dieses Jahr eine neue Photovoltaikanlage baut, bekommt 20 Jahre lang eine garantierte Vergütung von 51,8 Cent je Kilowattstunde (Aufdachanlage). Vergangenes Jahr betrug dieser Wert noch 54,53 Cent. In den kommenden Jahren sinkt dieser Wert jährlich um fünf Prozent. Für die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage wird es dadurch enger. Denn sie hängt nicht nur von der Vergütung ab, sondern auch vom Ertrag und den Anschaffungskosten. Im vergangenen Jahr kostete laut der Zeitschrift Photon die typische Anlage mit drei bis fünf Kilowatt Leistung meist über 5.000 Euro je Kilowatt.
Finanziert man eine Anlage über einen Bankkredit (7,4 Prozent Effektivzins) mit einem Eigenkapitalanteil von 40 Prozent, dann muss eine Anlage 1.100 Kilowattstunden je Kilowatt jährlich bringen, damit sie bei einem Preis von 5.000 Euro je Kilowatt Leistung wirtschaftlich arbeitet. Diesen Wert erreichen nur absolute Spitzenorte mit sehr hoher Einstrahlung. Finanziert man die Anlage komplett durch ein KfW-Darlehen "Solarstrom erzeugen" zu 3,8 Prozent Effektivzins, dann beginnt die Wirtschaftlichkeit schon bei 830 Kilowattstunden je Kilowatt Leistung. Dieser Wert lässt sich an mittleren Standorten gut erreichen. Kostet die Anlage aber statt 5.000 Euro etwa 6.000 Euro, dann beginnt die Wirtschaftlichkeit erst bei einem unrealistisch hohen Jahresertrag von 1.000 Kilowattstunden je Kilowatt.
Also Vorsicht: Wer eine Photovoltaikanlage baut oder sich am Bau beteiligt, sollte kritisch hinschauen: Gewinn wirft eine Anlage nur ab, wenn sie sehr preiswert gebaut wird, sehr günstig finanziert ist, gute Erträge bringt und auch der Standort nicht allzu schlecht ist. An einem hervorragenden Standort mit hoher Sonneneinstrahlung ist der Gewinn entsprechend besser oder man kommt mit einer üblichen Finanzierung aus. Die Zeiten sicherer und hoher Renditen sind vorbei. Überzogenen Versprechungen sollte man misstrauen.