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Sonnige Aussichten für 2010

Experten rechnen mit einem drastischen Kostenverfall für Solarstrom. So könnte die Photovoltaik bereits 2010 von der Kostenseite her mit Strom aus Braunkohle konkurrieren, ergab eine internationale Studie von Photon Consulting.

(14. Juli 2007) - Die Vorstände großer Solarunternehmen bestätigten bereits die Stichhaltigkeit der Analyse. Danach wird Solarstrom in drei Jahren in Spanien für zehn Cent, in Süddeutschland für 15 Cent und in Kalifornien für elf Cent pro Kilowattstunde zu produzieren sein. Die Branchenführer werden Solarstrom in Spanien sogar für acht Cent pro Kilowattstunde herstellen. Das entspricht den Stromproduktionskosten aus neuen Braunkohlekraftwerken.

Im Jahr 2006 kostete die Produktion von Solarstrom aus einer üblichen Vier-Kilowatt-Dachanlage in Süddeutschland noch 24 Cent pro Kilowattstunde, in Spanien 15 Cent und in Kalifornien 18 Cent.

Nur Kosten - keine Preise

Die Studie betrachtet dabei nur die reinen Kosten. Natürlich müssen Unternehmen aber auch Gewinne machen, sonst können sie keine Investitionen tätigen. Auch gehen die Analysten der Studie "The True Cost of Solar Power" von Solarkonzernen aus, welche die komplette Wertschöpfungskette in sich vereinen (Silizium-, Zell- und Modulproduktion bis zum Betrieb des Solarkraftwerks in Eigenregie). Die Studie nennt zudem 13 Unternehmen, die sich in diese Richtung entwickeln, darunter die amerikanische Sunpower Corp., die deutsche Solarworld AG und die chinesische Suntech Power Co. Ltd. Allerdings handelt es sich in der Praxis der Solarbranche meist noch um viele Firmen auf unterschiedlichen Stufen der Wertschöpfungskette, die sich oft durch langfristige Verträge aneinander gebunden haben - auf Basis der bekannten EEG-Vergütung.

China auf der Überholspur

Weltweit könnten Solarunternehmen von einem massiven Wachstum der Solarbranche profitieren. Führend in der Solarzellenproduktion ist seit vielen Jahren Japan. Gemäß einer Marktanalyse der Zeitschrift Photon International stammten im Jahr 2006 rund 36 Prozent aller weltweit hergestellten Solarzellen aus japanischer, 20 Prozent aus deutscher und 15 Prozent aus chinesischer Produktion. Die deutschen Hersteller dürften ihren Weltmarktanteil im Jahr 2007 wahrscheinlich leicht ausbauen. Da die chinesische Solarindustrie weitaus schneller wächst, dürfte sie Deutschland auf den dritten Platz der Zellhersteller verdrängen.

Deutschland Weltmeister

Bei der Installation von Solarstromanlagen bleibt Deutschland hingegen ganz klar Weltmeister. Nach einer ersten Erhebung wurden im Jahr 2006 mit rund 1.150 Megawatt knapp die Hälfte aller weltweit hergestellten Solarstromanlagen auf deutschen Dächern und Freiflächen installiert. Das ist Ergebnis der auskömmlichen Vergütung in Deutschland. Der Ausbau aller Erneuerbaren Energien kostet jeden Haushalt derzeit jährlich 23 Euro.

Nullemissionsfabrik in Freiburg
Was eine Solarstromanlage maximal kosten sollte

Eine 2007 auf einem Dach in Betrieb genommene Solarstromanlage erbringt eine Rendite von 7,4 Prozent, wenn sie inklusive Montage und Netzanschluss nicht mehr als zirka 3.900 Euro pro Kilowatt ohne Mehrwertsteuer kostet. Diese Berechnung geht von einem jährlichen Ertrag von durchschnittlich 900 kWh/kW aus. Dieser hängt unter anderem vom Systemwirkungsgrad und von der Sonnenstrahlung am Standort ab. Sorgfältig geplante und installierte Anlagen an guten Standorten erbringen dagegen mehr Ertrag. Allerdings sollten Ergebnisse von über 1.000 kWh/kW in den ersten drei, vier Betriebsjahren nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch eine Solarstromanlage während der Laufzeit von 20 Jahren Effizienz einbüßt.

Im Frühjahr 2007 lagen die Marktpreise für eine Anlage von fünf bis zehn Kilowatt laut dem Solarstrom-Magazins Photon bei netto rund 4.500 Euro und damit über dem für die Anlagenbesitzer rentablen Niveau. Sie liegen damit ungefähr auf gleichem Niveau wie im Frühjahr 2004. Seitdem ist die Einspeisevergütung aber dreimal um jeweils fünf Prozent gesenkt worden. Angesichts der deutlich gesunkenen Produktionskosten der Solarindustrie ist allerdings mit Preissenkungen zurechnen.

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