ED 04/12 Eine Welt ohne Öl (S.30-31)
Ausstieg geht Neue Studien

Ausstieg geht

(18. Juni 2011) Der Atomausstieg bis 2022 erhöht weder den CO2-Ausstoß noch den Strompreis. Das ergab eine Studie des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung und der Universität Leipzig im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Mit neuen Gaskraftwerken sinke der CO2-Ausstoß weiter, da Gas bei der Verbrennung nur halb so viel CO2 emittiere wie Kohle. Der Börsenstrompreis werde bis 2015 um 0,9 auf 5,9 Cent je kWh ansteigen. Dann dämpfe der Zubau erneuerbarer Energien den Preis und er falle bis 2030 wieder aufs Niveau von 2010, prognostiziert die Studie. Eine Gefährdung der Wettbewerbsfähigkeit sei nicht zu befürchten.

Ein Komplettausstieg aus der Kernenergie in Deutschland ist sogar schon binnen drei bis sieben Jahren möglich. Das ergab eine gemeinsame Studie der TU Berlin, TU Dresden und des europäischen Hochschulinstituts in Florenz. Sie untersuchte neben der Versorgungssicherheit erstmals auch die Auswirkungen auf die Hochspannungsnetze in Deutschland und in den Nachbarländern.

Wegen des Zubaus von je 10 GW konventioneller und regenerativer Kraftwerke bis 2013 seien keine Versorgungsengpässe zu erwarten. Zusätzliche Strommengen könnten aus den Niederlanden, Österreich und Polen bezogen werden. Atomstromimporte aus Frankreich oder Tschechien seien nicht notwendig, hieß es.

letzte Änderung: 26.05.2022