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Kosten des Atomstroms

Kernkraft-Subventionen

304 Milliarden Euro Stütze vom Staat weiter lesen

Atomstrom kostet Steuerzahler 3 Cent je Kilowattstunde

(12. Oktober 2009) Das Forum Ökologisch Soziale Marktwirtschaft hat im Auftrag von Greenpeace die staatlichen Subventionen für die Atomkraft untersucht. Hauptergebnis:

Die für die öffentlichen Haushalte budgetwirksamen Förderungen betragen im Zeitraum bis 2008 95,4 Mrd. € nominal bzw. 125,6 Mrd. € in Preisen 2008 (siehe Summe 1 in der Tabelle).
Pro Kilowattstunde Atomstrom1 entspricht dies einer durchschnittlichen Förderung von 2,3 Ct/kWh nominal bzw. 3,0 Ct/kWh real (in Preisen 2008).

Zur Studie (PDF)

40 Milliarden vom Steuerzahler

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin hat im Auftrag der Bundesregierung berechnet, wie viel Fördergelder bislang hierzulande in die Atomenergie flossen weiter lesen

Kosten der Markteinführung

Die Stromkonzerne kämpfen gegen die Finanzierung erneuerbarer Energien, als müssten sie die Kosten aus ihren Gewinnen tragen. Der Bau von Atom-, Gas- und Ölkraftwerken hat den Strom um fünf Cent je Kilowattstunde verteuert, die erneuerbaren Energien sind mit einem Aufschlag von 0,3 Cent zu finanzieren.
Ein Kommentar von Ludwig Trautmann-Popp.

Der Stromkonzern E.on fährt Milliardengewinne ein und erhöht gleichzeitig die Strompreise. Als Begründung wird unter anderem die "Staatslast" aus dem Erneuerbare Energien-Gesetz ins Feld geführt. So als sei dies eine Steuer, die der Staat für sich beansprucht.

In Wirklichkeit fließt das Geld aus der geringfügigen Strompreiserhöhung den Betreibern von Solar- oder Windkraftwerken zu. Diese refinanzieren damit ihre Investitionen. Der Staatssäckel hat höchstens indirekt etwas davon, wenn diese Technologien ein ordentliches Wachstum aufweisen, Arbeitsplätze schaffen und Mehrwert- und andere Steuern abwerfen.

Mehrkosten für neue Technologien sind nichts Neues. Es gab sie bei jeder Markteinführung. Sie wurden immer auf die Strompreise umgelegt, wie ein Blick in die Historie der Strompreise zeigt.

Strompreis-Sprung in den 70ern
In den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts sanken die Durchschnitts-Strompreise, weil der Vorteil des technischen Fortschritts - die Kohlekraftwerke konnten ihren Wirkungsgrad steigern - an die Kunden weitergegeben wurde. Ab 1970 aber stieg der Strompreis kontinuierlich und kräftig von (umgerechnet) 4,5 Cent auf 9,5 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 1987 an, also um fünf Cent (Amtliche Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums, Statistische Jahresberichte Elektrizitätswirtschaft).
Was ist in den 70er Jahren passiert?

Von 1970 bis 1985 wurden die Gaskraftwerke von 1.200 auf 11.200 Megawatt, die Ölkraftwerke von 2.400 auf 11.200 Megawatt und die Atomkraftwerke von 1.000 auf 16.800 Megawatt ausgebaut. Zusammen mit der zugehörigen Infrastruktur (Umspannwerke, Überlandleitungen) war dies eine sehr kostspielige "Markteinführung", die staatlichen Forschungsmilliarden gar nicht mitgerechnet.

Sehr viel geholfen hat diese finanzielle Kraftanstrengung auf Dauer nicht. Denn sowohl Uran als auch Öl und Gas werden in 30 bis 40 Jahren weltweit zur Neige gehen.

Erfolgsgeschichte: EEG

Dem gegenüber ist die Markteinführung der erneuerbaren Energien Sonne und Wind geradezu eine Dauererfolgsgeschichte. Bisher kostete sie den Stromkunden gerade mal 0,3 Cent pro Kilowattstunde für die Windkraft und 0,02 Cent für die Solarkraft, nicht fünf Cent wie bei den alten Energien!

Selbst wenn die Umlage auf einen halben Cent oder etwas mehr steigen sollte, ist das ein geringer Preis für die Markteinführung einer Energie, die wir noch viele Jahrmillionen nutzen können.

Fazit
Wer sich heute über die geringfügige Umlage durch das Erneuerbare Energien-Gesetz aufregt, der sollte lieber einmal in den Statistiken blättern und an der Umlage für die Atomkraft Maß nehmen.


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