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Sellafield steht still Ein Teil der britischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield istnach einem Unfall mit radioaktiven Substanzen stillgelegt worden.Das bestätigte die britische Atomaufsichtsbehörde.

Defektes Rohr legt britische Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield still

(11. Mai 2005) - Ein Teil der britischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield ist nach einem Unfall mit radioaktiven Substanzen stillgelegt worden. Das bestätigte die britische Atomaufsichtsbehörde "Nuclear Installations Inspectorate" (NII) dem deutschen Bundesumweltministerium. Wie erst am Montag bekannt wurde, waren offenbar rund 20 Tonnen eines in Salpetersäure gelösten Uran-Plutonium-Gemisches durch ein kaputtes Rohr in einen betonierten Raum ausgelaufen. Gut 200 Kilogramm Plutonium sollen es nach Angaben der "Times" gewesen sein, was für 20 Atombomben ausreiche.

Weiter habe die britische Atomaufsicht dem Bundesumweltministerium angegeben, dass das Arbeitspersonal in der Anlage durch diesen Zwischenfall nicht gefährdet gewesen sei. Es habe "ausreichend Betonabschirmungen" gegeben. Auch eine Freisetzung von radioaktiven Stoffen aus der Anlage sei nicht erfolgt. Seitdem liege die Wiederaufarbeitung still.

Das Bundesumweltministeriums gibt an, dass es sich bei diesem Unfall um ein "gravierendes Ereignis" handele, das erst mit wochenlanger Verzögerung bekanntgegeben worden sei. Dies wecke "Zweifel an der sicheren Betriebsführung der Gesamtanlage Sellafield", so die Kritik aus dem Ministerium.

Die britischen Zeitungen "The Guardian" und "The Times" berichten von einem umständlichen und teuren Unterfangen, den Raum zu säubern. Möglicherweise müssten erst noch Spezialroboter gebaut werden.

letzte Änderung: 08.05.2017