Archiv

Kernkraft, Klima, Kosten (27.04.07) Die SPD nimmt sich die Wertung der Kernkraftbefürworter zu Herzen

Kernkraft, Klima, Kosten

(27. April 2007) Die SPD nimmt sich die Wertung der Kernkraftbefürworter zu Herzen, Kernenergie aus der Perspektive des Klimaverträglichkeit betrachten zu wollen und weist der Kernkraft CO2 nach. Sie bezieht sich dabei auf eine neue Studie des Öko-Institutes, nach der schon bei der Urangewinnung z.T. erhebliche Treibhausgasmengen freigesetzt werden, die weit über denen der erneuerbaren Energien wie Windkraft, Wasserkraft oder Biogas liegen.

Aus der Studie geht hervor, dass ein deutsches KKW je nach Herkunftsort des Urans zwischen 31 und 61 g CO2 pro kWh produziert gegenüber Windkraft mit 23 g oder Wasserkraft mit 39 g. Nur die Photovoltaik liegt mit 89 g noch leicht darüber. Wer Atomstrom beziehe, müsse seinen Wärmebedarf anderweitig decken, so die Studie. Ein kleines Gas-BHKW, das gleichzeitig Strom und Wärme erzeugt, produziere weniger CO2 als die Kombination aus Atomstrom und Ölheizung: 747 g für das Gas-BHKW im Vergleich zu 772 g für die Atom-Öl-Kombination, jeweils bezogen auf die Produktion 1 kWh Strom und 2 kWh Wärme.

Die Studie meint außerdem, dass auch bei den Stromerzeugungskosten in neuen Kraftwerken Atomstrom lediglich im Mittelfeld liegt und von allen anderen fossilen Energieträgern geschlagen wird. Strom und Wärme mit modernen BHKW zu produzieren sei also preiswerter und besser fürs Klima als eine Energieversorgung mit Kernenergie, so das Bundesumweltministerium. Kernenergie sei keineswegs CO2-frei und auch bei weitem nicht die preisgünstigste Art, Strom zu erzeugen.

Selbst wenn man deren Gefahrenpotenziale unberücksichtigt lasse, schneide Atomstrom allenfalls mäßig ab, sowohl hinsichtlich der Emissionen als auch hinsichtlich der Kosten. Aus Klimaschutzgründen brauche man also nicht mehr Atomstrom, sondern mehr Erneuerbare und KWK. Die gesamte Studie des Öko-Instituts ist unter www.bmu.de zu finden.

letzte Änderung: 08.05.2017